Preqin-Umfrage: Immobilienfonds werden Opfer ihres Erfolgs

Trotz blendender Performance: Der Wettbewerb unter institutionellen Immobilienfonds bleibt 2017 hart.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Monika Leykam

Das Informationsportal Preqin hat über 150 institutionelle Großinvestoren (davon knapp die Hälfte aus Nordamerika, ein Drittel aus Europa) nach ihren Erwartungen an ihre Anlagen in Immobilienfonds im Jahr 2017 befragt. Mit einem Ergebnis, das auf den ersten Blick paradox erscheint: Wegen der guten Erfolge der Fonds in den letzten Jahren wollen einige ihr Engagement dort nun reduzieren.

In den vergangenen drei Jahren haben Immobilienfonds die Performanceerwartungen von immerhin 42% der befragten Profi-Anleger übertroffen - das ist Preqin zufolge der höchste Wert unter allen in der Gesamtumfrage abgefragten alternativen Assetklassen (Private Equity, Hedge-Fonds, Infrastrukur, Finanzierungen, Energie/Agrar/Rohstoffe).

Fondsbranche wird 2017 nicht wachsen

Gleichzeitig zweifeln die Anleger daran, dass Immobilienfonds es schaffen werden, im aktuellen Marktumfeld die hohen Performancewerte der Vorjahre erneut reproduzieren zu können. Satte 37% der Befragten rechneten zum Zeitpunkt der Umfrage (Dezember 2016) damit, dass die Renditen 2017 niedriger sein werden, als sie es 2016 waren; nur 9% erwarteten eine Steigerung der Erträge.

Jeder vierte Befragte wird aus diesem Grund daher nun weniger frisches Geld in Immobilien stecken als im Vorjahr. "Der Wettbewerbsdruck innerhalb der Fondsbranche wird 2017 dadurch hoch bleiben", schreiben die Preqin-Analysten. Schrumpfen wird die Branche aber wohl auch nicht: Gleichviele Anleger wollen ihre Immobilienengagements dieses Jahr nämlich ausbauen; ein deutlich höherer Prozentsatz bekennt sich außerdem zu einer langfristigen Immobilienstrategie (36%).

Beliebt: Core und Kredit

Wo die Hoffnung auf weiter wachsende Gewinne schmilzt, sinkt auch die Risikofreude. Daher ist die Quote derer, die bei Immobilien auf Core und Core-plus setzen, deutlich gestiegen. Im Gegensatz zur gleichen Umfrage zwölf Monate früher bevorzugt nun sogar eine Mehrheit (55%) die Core-Anlagen, die stabile Einnahmen bieten können. Im Vorjahr hatte es eine ebenso klare Präferenz für die deutlich riskantere Value-add-Strategie gegeben. Außerdem ist das Interesse an Kreditstrategien deutlich gestiegen: Nach 10% im Dezember 2015 liegt nun die Zustimmungsquote bei 21%.

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