Patrizia wächst und wirbt global um Anleger

Von Schwaben in die Welt: Patrizia-Zentrale in Augsburg.
Quelle: Patrizia

Patrizia Immobilien hat im vergangenen Jahr deutlich mehr verdient als erwartet - dank eines größeren betreuten Immobilienvermögens und, damit verbunden, höheren Einnahmen aus Managementgebühren. Weiter wachsen will der Investmentmanager künftig auch mit Geld aus den USA, Australien und Asien.

Als „globaler Anbieter für europäische Investments“ sieht Patrizia-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Egger das Unternehmen in Zukunft. Nachdem Büros in Australien und Nordamerika eröffnet wurden, soll es in diesem Jahr nun nach Asien gehen. Finanzvorstand Karim Bohm sprach vor einigen Monaten von Hongkong, mittlerweile wird etwas relativiert: Es könnten ein oder mehrere Büros sein, und das in Singapur, Tokio, Hongkong. Fest stehe noch nichts, sagt ein Sprecher. Auch wenn vom Sprung nach Asien die Rede ist - Geld von dort ist schon geflossen, unter anderem in den Commerzbank-Tower in Frankfurt und den Asto-Tower in Brüssel.

Neben neuen Büros zur Kapitalbeschaffung prüft Patrizia zudem den Kauf eines Managementunternehmens außerhalb Deutschlands. Geld dafür ist vorhanden, die AG verfügt über 400 Mio. Euro an Liquidität.

Mehr Kapital für Investments

Kapital fließt den Augsburgern mehr denn je zu: Nach 1,5 Mrd. Euro im Jahr 2015 wurden im vergangenen Jahr 2,2 Mrd. Euro eingeworben. Das Transaktionsvolumen verringerte sich von 7,2 Mrd. Euro auf 5,1 Mrd. Euro, wovon 3,2 Mrd. Euro auf Käufe und 1,9 Mrd. Euro auf Verkäufe entfielen. Die beiden Großdeals Südewo (Verkauf im Jahr 2015) und Harald-Portfolio (Verkauf 2016) unberücksichtigt gelassen, sei das Transaktionsvolumen allerdings stabil geblieben, heißt es im Geschäftsbericht.

Patrizia hat auch 2016 die Ausrichtung zum reinen Immobiliendienstleister und Asset-Manager fortgeführt. Dazu gehört der Abverkauf des eigenen Immobilienbestands. So wurden im Berichtsjahr eigene Immobilien für 143,7 Mio. Euro veräußert. Die Einnahmen aus Managementgebühren von Dritten erhöhten sich dagegen von 165,2 Mio. auf 188,6 Mio. Euro.

Aktien statt Dividende

Das operative Ergebnis stieg deutlich von 155,8 Mio. Euro auf 283,2 Mio. Euro und damit über die letzte Prognose hinaus. Auch bereinigt um die Erträge aus dem Harald-Deal und dem Südewo-Verkauf verzeichnet die AG ein Plus um fast 70% auf 72,2 Mio. Euro. Der Konzernüberschuss ging von 134,5 Mio. Euro auf 256,3 Mio Euro nach oben. Eine Dividende werden die Aktionäre abermals nicht erhalten. Der Bilanzgewinn von 181 Mio. Euro soll vollständig aufs kommende Jahr vorgetragen werden. Stattdessen ist eine 10%ige Erhöhung des Grundkapitals durch die Ausgabe von Gratisaktien im Verhältnis 10:1 geplant.

Das zum Jahresende 2016 betreute Immobilienvermögen belief sich auf 18,6 Mrd. Euro (davon 12,5 Mrd. Euro in Deutschland). Das waren 2 Mrd. Euro mehr als Ende 2015 und 2 Mrd. Euro sollen auch in diesem Geschäftsjahr obendrauf kommen. Zudem prognostiziert der Vorstand für 2017 ein operatives Ergebnis in Höhe von 60 Mio. Euro und 75 Mio. Euro. Darin sei ein Aufwand von 7 Mio. Euro für den weiteren Ausbau der Kapitalsammelaktivitäten enthalten, heißt es.

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