Mipim 2017: Die Deutschen knacken die 3.000

Die 28. Immobilienmesse Mipim in Cannes ist mit viel Geschäftigkeit gestartet.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Bernhard Bomke

Die 28. Immobilienmesse Mipim in Cannes ist heute mit langen Schlangen an den Eingängen und viel Geschäftigkeit gestartet. Veranstalter Reed Midem erwartet wie im Vorjahr etwa 23.000 Besucher. Auffallend dabei: Aus Deutschland sollen diesmal 3.000 Teilnehmer dabei sein. 2016 hatten etwa 2.800 Vertreter aus dem hinter Frankreich und Großbritannien drittgrößten Ausstellerland den Weg an die Croisette gefunden. Derweil kommt der mittlerweile als US-Präsident amtierende Immobilienmilliardär Donald Trump auch diesmal nicht an die Côte d'Azur.

Dass es auf der Mipim längst nicht mehr nur um Gewerbeimmobilien und auch nicht zwingend nur um Immobiliäres geht, ist auch in diesem Jahr nicht zu übersehen. Unwahrscheinlich, dass jemand in den 1990er Jahren auf einer Mipim den Satz gesagt hätte: "Wohnimmobilien sind immer noch eine coole Sache, wenn man sich nicht nur auf die A-Standorte beschränkt." Den sagte Susanne Eickermann-Riepe, Deutschlandchefin des Immobiliengeschäfts von PwC, schon am Vorabend der Messe auf dem zur Tradition gewordenen Warm-up der Berliner Agentur Ruecker Consult. Rolf Buch, der Mister Dax unter den deutschen Immobilienvorständen, rief an gleicher Stelle dazu auf, die Branche müsse sich darauf einstellen, mit einem Teil ihrer Themen im Mittelpunkt des deutschen Bundestagswahlkampfes zu stehen. Damit meinte er Aspekte wie Wohnungsmieten und Energiewende.

Viele Gespräche über viel zu hohe Immobilienpreise für mäßige Qualität

Nicht alle, die womöglich gewollt hätten, hörten solche Worte. So fehlten eine Reihe von Besuchern aus Berlin. Sie kamen wegen der Streiks am Berliner Flughafen gar nicht oder deutlich verspätet in Cannes an. Sie hörten daher auch nicht diesen Satz von Hamborner-Vorstand Hans Richard Schmitz, der die Befindlichkeit vieler Immobilienleute auf der Messe vorab zusammenfasste: "Die Liste der Immobilien, bei denen Preis und Qualität nicht zusammenpassen, ist schon verdammt lang geworden."

Solcherlei war auch am ersten richtigen Messetag Kern vieler Unterhaltungen. Das viele Geld, das in Immobilien strömt, treibt viele Branchenvertreter unverändert um. Der Immobilienzyklus scheint abgeschafft, also hoffen einmal mehr auch opulent auftretende Vertreter aus Ländern wie Russland und der Türkei, etwas mehr von dem vielen Geld abzubekommen. So zählen die Städte Moskau mit dem an den Fake-News-Sender Russia Today erinnernden Motto Moscow Today und Istanbul zu den großen Ausstellern. Allerdings müssen auch sie Paris als größten Aussteller (mit 1.100 qm Ausstellungsfläche) die Spitzenposition überlassen.

Türkei-Delegation macht Wahlkampf für Staatspräsident Erdogan und seine Verfassungswünsche

Aus der Türkei war unter anderem Umwelt- und Städtebauminister Mehmet Oezhaseki angereist. Er gehörte zu einer Delegation, die ihre Auftritte zum Werben für die von Staatspräsident Erdogan gewünschte neue Präsidialverfassung nutzte. Der Wahlkampf der türkischen Regierung, der jüngst in Deutschland und den Niederlanden im Wesentlichen verhindert worden war, fand nun eben in Cannes statt - allerdings vor deutlich weniger Publikum, als es auf den Marktplätzen dieser Welt zu erreichen wäre.

Die Deutschen fallen auf der Messe in diesem Jahr mit einer Neuauflage des Stands der Regionen auf. 28 Aussteller tummeln sich im German Pavilion. Von Seiten der Bundesregierung kommt Gunther Adler, Staatssekretär im Bundesbauministerium. Daneben haben sich eine Reihe von Oberbürgermeistern angesagt, darunter diejenigen aus Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt, Köln und Stuttgart.

Malta und Mauritius stellen erstmals aus

Hätte Alain Juppé die Vorwahl zur Präsidentschaftswahl der französischen Republikaner gewonnen, wäre er womöglich nicht nach Cannes gekommen. Da er aber gegen François Fillon verlor, tritt er an der Croisette wie gehabt als Bürgermeister von Bordeaux auf.

Wie jedes Jahr, so gibt es auch diesmal Länder, die das erste Mal auf der Mipim vertreten sind. Als Aussteller sind erstmals Malta und Mauritius dabei. Unter den Besuchern sollen erstmals welche aus dem Oman sein.

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