Absprache im S&K-Prozess ermöglicht baldiges Urteil

S&K residierte in dieser Villa an der Frankfurter Kennedyallee.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Sell

Der Prozess um die Machenschaften der Immobiliengruppe S&K könnte noch in diesem Frühjahr und damit schneller als erwartet enden. Ein Deal zwischen Angeklagten, Staatsanwaltschaft und Landgericht Frankfurt macht in dem Mammutverfahren den Weg frei für ein Urteil. Teil der Absprache: Geständnisse der beiden Hauptangeklagten. Sie sollen rund 11.000 Anleger um Millionen Euro gebracht haben.

Stephan Schäfer und Jonas Köller haben geliefert. Von Reue, Gier, Dummheit und Scham war am 113. Verhandlungstag die Rede. Solche Äußerungen der beiden S&K-Gründer dürfte das Landgericht wohl als Geständnis werten. Der Staatsanwaltschaft genügten die Aussagen jedenfalls, um absprachegemäß den Vorwurf des Betrugs fallenzulassen. Übrig geblieben ist die Anklage wegen Untreue.

U-Haft wird auf Strafe angerechnet

Im Zuge des Deals wurde auch die zu erwartende Strafe eingegrenzt. Höchstens neuneinhalb Jahre Haft drohen den ehemaligen Managern. Sie sitzen seit rund vier Jahren in Untersuchungshaft. Diese Zeit wird auf das Strafmaß angerechnet. Also könnten Schäfer und Köller nach einem Urteil bald frei kommen.

Die beiden Männer sollen über ein verschachteltes Firmen- und Beteiligungssystem etwa 11.000 Anleger um rund 240 Mio. Euro gebracht haben. Das Geschäft entwickelte sich aus dem Immobilienhandel: S&K kaufte bei Zwangsversteigerungen günstig Immobilien ein, die für viel Geld weitergegeben wurden. Unter anderem hatte S&K Immobilienfonds aufgelegt.

Nachspiel für Fondsanleger

2013 gab es eine Razzia gegen S&K. Ermittler durchsuchten 130 Objekte in mehreren Bundesländern, darunter auch den Firmensitz an der Frankfurter Kennedyallee. Acht Verdächtigte einschließlich Schäfer und Köller wanderten in Untersuchungshaft. Am 24. September 2015 begann der Prozess gegen sie und vier weitere Angeklagte vor dem Landgericht Frankfurt.

Für einige Anleger hat das Investment in zwei S&K-Fonds ein finanzielles Nachspiel. Der Insolvenzverwalter fordert Ausschüttungen zurück.

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