Allendorf baut Europa-Evergreen nach US-Vorbild

Georg Allendorf lässt sich von boomenden Immobilienmärkten nicht blenden.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Monika Leykam

Die Deutsche Asset Management steht kurz vor dem Closing ihres ersten offenen europäischen Immobilienfonds für Großanleger nach dem Vorbild der in den USA beheimateten Evergreens. Georg Allendorf, Head of Real Estate Europe, antwortet damit auf die Nachfrage seiner nicht deutschen Großinvestoren auf der Suche nach Fonds, die ihnen ein gewisses Maß an Liquidität bieten.

Evergreens arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip wie die deutschen offenen Publikumsfonds, nämlich mit Kündigungsfristen. Allerdings können unter Umständen selbst nach Ablauf dieser Frist nicht alle Gelder auf einmal abgezogen werden. Der Luxemburger Fonds Europe 2 (benannt nach seinem US-Pendant, dem 10 Mrd. USD schweren Rreef America 2) erwartet sein erstes Closing im April mit über 300 Mio. Euro. Ein Größenlimit für den Fonds gibt es nicht. Obwohl der Fonds in Euro notiert und sich auch auf die Eurozone konzentriert, wird er - Brexit hin oder her - aus London gemanagt. "Wir haben dort sehr viele erfahrene und qualifizierte Leute", erklärt Allendorf am Rande der Immobilienmesse Mipim.

Aber auch die deutschen Produkte der Gruppe müssen mit Immobilien gefüttert werden, beispielsweise der jüngste Publikumsfonds grundbesitz Fokus Deutschland. Für den Heimatmarkt favorisieren die Researcher der Deutschen Bank derzeit moderne Logistik und Mietwohnungen für mittlere und niedrige Einkommen. Bei der Logistik sieht Allendorf den Charme in den relativ hohen Cashflows und der Hoffnung auf Mietwachstum in stadtnahen Lagen. Bei Bestandswohnungen für den schmaleren Geldbeutel erwartet man sich trotz gestiegener Kaufpreise laufende Renditen von 5% und mehr. Ein weiterer Vorzug sei ihr Kostenvorteil: "Quadratmetermieten von 8 Euro sind im frei finanzierten Neubau nicht zu schaffen."

Zukunftssicherheit und Cashflows stehen damit im Vordergrund. Auf weiter sinkende Renditen zu setzen sei nicht empfehlenswert, sagt der Immobilienchef. Konkrete Zukunftsprognosen für den weiteren Verlauf des Immobilienzyklus macht er aber nicht - "das habe ich aufgegeben. Vor einem Jahr hatte ich noch mit einem Brexit-Schock gerechnet, aber der kam nicht. Das gleiche ist nach der US-Wahl passiert, von Schock auf den Immobilienmärkten keine Spur. Was bleibt, ist, die Tatsachen zu akzeptieren. Die Renditen sind nun mal niedrig, und schönrechnen nützt nichts."

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