ZIA-Chef Mattner will Förderung für Gebäudesanierung light

ZIA-Präsident Mattner hofft auf Änderungen beim Gebäudeenergiegesetz.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Bernhard Bomke

Andreas Mattner, der Präsident des Zentralen Immobilien Ausschusses, fordert ein neu angelegtes Förderprogramm zur energetischen Gebäudesanierung. Sein gestern auf der Immobilienmesse Mipim in Cannes geäußerter Vorschlag: Wohnhäuser sollten auch dann eine KfW-Förderung erhalten, wenn sie nach einer Sanierung nicht wie bisher mindestens KfW-Standard 115 erfüllen, sondern schon dann, wenn am Ende der bescheidenere KfW-Standard 145 steht.

"Man muss nicht aus jeder Bestandsimmobilie eine Thermopulle machen", begründet Mattner seine Forderung. Man müsse sich etwas Neues dafür einfallen lassen, diejenigen Hausbesitzer abzuholen, "die an energetischen Sanierungen bislang noch nichts gemacht haben". "Wenn der Wind durch die Hütte pfeift, ist es besser, erst mal die Löcher zuzuspachteln, als gleich einen Kühlschrank daraus zu machen." Daher sei es sinnvoll, auch dann zu fördern, wenn nur vergleichsweise wenig aufwendige Sanierungsformen gewählt werden.

Angst vor eventuellem Nulleffekt für die Energiebilanz

Das Bauministerium wäge nun unter anderem ab, ob durch eine solche Förderung netto tatsächlich mehr Klimaschutz erreicht werden könne. So werde befürchtet, Sanierungswillige, die durchaus in der Lage wären, ambitionierte Energiesparstandards zu erreichen, könnten bei einer Förderung für Gebäudesanierungen light weniger effektive Sanierungen vornehmen. Dann würde Mattners Vorstoß unterm Strich womöglich keinerlei Nettoeinspareffekt beim Ausstoß des Treibhausgases CO2 bringen.

Beim Thema Gebäudeenergiegesetz setzt der ZIA-Präsident darauf, dass auf der Zielgeraden noch ein paar Änderungswünsche seines Lobbyverbands in den Text einfließen. Am sympathischsten wäre ihm, den Anfang 2016 wirksam gewordenen Standard der EnEV 2014 für weitere sieben Jahre generell festzuschreiben. Solcherlei ist offenbar Diskussionsstand in der Bundestagsfraktion von CDU/CSU. "Dann gäbe es auch für die privaten Hauseigentümer sieben Jahre Stabilität beim Energiestandard", sagt Mattner. Allerdings sehe es so aus, dass der Koalitionspartner SPD von den sieben Jahren EnEV-Stillstand nichts halte.

ZIA trommelt für vier Änderungen beim Gebäudeenergiegesetz

Ginge es nach den Vorstellungen des ZIA, würden in das Gebäudeenergiegesetz noch mindestens vier Änderungen einfließen. Der Verband möchte bei der Wärmeversorgung anstelle der Einzelgebäude- eine Quartiersbetrachtung. Er möchte den zusätzlich verlangten Wärmeschutz bei Immobilien generell von 15% auf 10% senken. Das sei insbesondere für Gewerbeimmobilien von Relevanz. Zudem will der ZIA verbesserte Möglichkeiten, den Einsatz von Fotovoltaikanlagen bei der Energiebilanz von Immobilien anzurechnen. Und schließlich soll die abseits von Gebäuden erzeugte Energie aus Biomasse in die Bilanz einfließen.

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