Potsdam: Filetgrundstücke auf dem Markt

Kann weg: die marode Fachhochschule am Alten Markt.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Gerda Gericke

Wer gleich gegenüber vom Potsdamer Landtagsschloss bauen möchte, kann sich ab Morgen für Grundstücke anstellen. Ab dem 18. März bis zum 18. Mai nimmt die Stadt Interessenbekundungen zum Erwerb von Baugrundstücken des sogenannten Blocks III Am Alten Markt entgegen.

Insgesamt werden neun Baugrundstücke mit einer Grundstücksfläche von gut 6.300 qm feilgeboten. Doch nicht das dickste Portemonnaie, sondern das beste Konzept erhält den Zuschlag. Verkauft wird zu Festpreisen zwischen zwischen 135.000 und 1,45 Mio. Euro. Einnehmen will Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) etwa 6,3 Mio. Euro.
Das Ausschreibungsverfahren, das der Potsdamer Stadtplaner Andreas Goetzmann und Bert Nicke, Geschäftsführer des landeseigenen Sanierungsträger Potsdam, jetzt in Gang gesetzt haben, hat es in sich. Errichtet werden soll ein kleinteiliges Stadtquartier mit Wohnungen, kleinen Läden, Restaurants, Cafés, Gewerbe und Raum für Kunst und Kultur.

Bezahlbare Wohnungen und Kultur mit den besten Karten

Die Auswahl der künftigen Bauherren erfolgt durch eine Jury nach den Kriterien Gestaltung der Gebäude (50%), Nutzungsmischung (20%) und Nutzungsprivilegien (30%). Letzteres meint, dass bessere Karten hat, wer bezahlbare Wohnungen errichtet, Selbstnutzer ist oder öffentlichen Einrichtungen für Kultur und Bildung auf dem Zettel hat. Ein Bieter darf maximal drei, straßenseitig nicht benachbarte Baugrundstücke erwerben. Die Architekten haben sich an das Potsdamer Leitbautenkonzept aus dem Jahr 2010 zu orientieren. Die Adressen Schloßstraße 7, Am Alten Markt 17 und der Plögersche Gasthof sind nach historischem Vorbild zu errichten.

Sieg des Barocklagers

Möglich wurde die Stadtreparatur, weil im Herbst vergangenen Jahres der jahrelange Potsdamer Häuserkampf mit einem Sieg des sogenannten Barocklagers zu Ende ging. Anders ausgedrückt: Die Stadtverordneten entschieden, dass die nach dem Krieg in der Mitte der zerbombten Stadt errichtete Fachhochschule abgerissen werden darf. Im Herbst verlassen die Studenten das Betonungetüm. Dann soll die Stadtreparatur im Schatten des niegelnagelneuen Landtagsschlosses ihren Anfang nehmen. Die Auslober erwarten „eine hohe gestalterische Qualität, um einen zusammenhängenden Stadtraum mit Nikolaikirche, Altem Rathaus mit Knobelsdorffhaus, Museum Barberini und dem Landtagsgebäude am Alten Markt wieder entstehen zu lassen."

Reges Interesse

Erstmals vorgestellt hat Nicke seine Potsdamer Perlen auf der Gewerbeimmobilienmesse Expo Real im vergangenen Oktober in München. Und er fand regen Anklang. „Ich habe mindestens zehn ernst zu nehmende Gespräche geführt", freute sich Bert Nicke im Nachklang, „meine drei Kollegen jeder noch einmal so viel." Und das Interesse riss nicht ab. „Wir gehen davon aus, dass wir interessante und vielseitige Angebote und Konzepte erhalten werden."

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