HSH-Immobilienchef sieht überteuerte Immobilienpreise

Peter Axmann leitet die aktuell profitabelste Einheit der HSH Nordbank - das Immobiliengeschäft
Immobilien Zeitung, Urheber: Monika Leykam

Gut gelaunte Bankmanager sind auf Immobilienmessen schon seit Jahren keine Selbstverständlichkeit mehr - zu groß der Margendruck für die Finanzierer, zu unsicher die Geschäftsaussichten in einem zunehmend überhitzten Preisumfeld. Trotzdem lächelt Peter Axmann, Leiter Immobilienkunden der HSH Nordbank, auf der diesjährigen Mipim gegen das schwierige Umfeld an. Sein Neugeschäftswachstum gibt ihm recht.

Auf 4,6 Mrd. Euro brachte es das Immobilienkreditgeschäft der HSH im vergangenen Jahr. Das sind satte 10% mehr als die (Noch-) Landesbank budgetiert hatte. Ähnlich war es bereits 2015 gelaufen, damals wurden es sogar 25% mehr als erwartet. Ursache waren beide Male die überraschend hohen Tilgungszahlen. "Immobilien wurden viel schneller weiterverkauft als es der Businessplan der Eigentümer eigentlich vorsah", erinnert sich Axmann. Um die daraus entstandenen Zinsausfälle zu kompensieren, haben die Hamburger dann doch mehr Neugeschäft hereingeholt.

Gerüstet für die Zinswende?

Mit der Risikostruktur seines Finanzierungsportfolios ist der Bankmanager einigermaßen zufrieden. "Um die 4,6 Mrd. Euro zu finanzieren, haben wir Deals für 22 Mrd. Euro geprüft - mit dieser Ablehnungsquote fühle ich mich wohl." Über den Gesamtbestand hinweg blieb der Beleihungsauslauf bei knapp unter 70%.

Da aber die Immobilienwerte und -preise in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen sind, hat sich das Risiko im Falle eines Abschwungszenarios dennoch etwas erhöht. Als wahrscheinlichsten Auslöser eines solchen Marktabschwungs sieht Axmann einen weiteren Zinsanstieg in den USA, der die EZB zum Nachziehen zwingen würde. "Aber solange dieser Anstieg moderat verläuft, kommen wir damit klar. Unser Portfolio verkraftet Zinserhöhungen von bis zu vier Prozentpunkten."

Mipim paradox

Und die Messestimmung? Axmann wundert sich über die etwas paradoxe Gemütslage der meisten Besucher: "Die meisten, mit denen man spricht, stellen sich zwei Fragen, Erstens: Wo finde ich bloß noch mehr Immobilien, die ich kaufen kann? Und zweitens: Wie lange geht dieser Nachfrageboom bei Immobilien bloß noch weiter?"

Der deutsche Markt sei inzwischen sowohl in den Toplagen als auch im Value-add-Bereich überteuert. "Dass die Preise jetzt noch weiter steigen, glaube ich nicht." Das sollten sich vor allem die Projektentwickler hinter die Ohren schreiben. "Man sollte keine Grundstückskaufpreise akzeptieren, die sich nur rechnen, wenn der Markt noch mehr nach oben geht. Leider sehe ich, dass solche Deals mit baureifen Grundstücken in Berlin, München und Hamburg bereits gemacht werden."

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