Zu Gast bei einer Prinzessin

Betriebsführung. Das Landhotel auf Gut Altholz ist erste Anlaufstelle für romantische Hochzeiten. Familie Hutter setzt auf Tradition und positioniert ihr Kleinod im Bayerischen Wald als „Anglo-Bavarian-Hideaway".

Plattling. Ein kleines Hideaway inmitten der Isarauen: Schon die Anfahrt zu Gut Altholz ist pure Entschleunigung. Der Gutshof, der über ein Landhotel und ein Restaurant verfügt, befindet sich direkt an den idyllischen Ausläufern des Bayerischen Waldes und erstreckt sich auf einem 30 Hektar großen Areal. München ist gut eine Stunde entfernt, Passau und Regensburg etwa eine halbe Stunde. Eigentümer des Kleinods sind Siegfried Hutter und die Frauenärztin Sieglinde Rainer-Hutter. Der 67-jährige Hotelier ist seit 35 Jahren die „gute Seele des Hauses". Und auch die vierte Generation ist bereits mit an Bord – vor gut einem Jahr sind Klaus Hutter und seine Verlobte Antonia von Sachsen Gessaphe eingestiegen.

Klein, aber fein

Klaus Hutter ist ein Gastronomie-Profi: der Hotelbetriebswirt hat die Hotelfachschule absolviert und war dann als Management-Trainee bei der Münchner Gastrogruppe Kuffler (Spatenhof, Hax´nbauer, Seehaus, Weinzelt beim Oktoberfest) engagiert. Seine Verlobte, die Prinzessin, hat Romanistik mit Schwerpunkt Spanisch, Kunstgeschichte und Rechtswissenschaft studiert, und kümmert sich um Marketing, PR und den Online-Auftritt.

Ihre Aufgabe als Gastgeber nehmen die Hutters wörtlich: „Unseren Gast empfängt nicht irgendein Mitarbeiter des Hauses, sondern ein Familienmitglied", sagt der Juniorchef.

Das Landhotel ist klein und fein: Nur neun Doppelzimmer sind im Seitentrakt des klassizistischen Herrenhauses untergebracht. In Zusammenarbeit mit den Juniorchefs hat der Innenarchitekt Nicolas Horsch im Oktober 2016 den Hotelbereich umfassend renoviert. Warme Grau- und Erdtöne dominieren, ausgewählte Antiquitäten setzen Akzente. Jedes Hotelzimmer ist individuell eingerichtet. Ein Highlight ist das Hochzeitszimmer mit Himmelbett und Kamin. Der Wellnessbereich des Hotels mit Hallenbad und Sauna wird derzeit noch renoviert und steht den Gästen ab Frühjahr wieder zur Verfügung. In den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden nebenan befindet sich das Restaurant mit gemütlichen Stuben und verschiedenen Tagungsräumen. Im A-la-Carte-Restaurant wird bayerisch-österreichische Küche serviert: „Wir legen Wert auf gute Qualität und Regionalität", betont der Seniorchef. Wild kommt aus der benachbarten Jagd – manchmal auch vom Juniorchef, der selbst auf die Pirsch geht. Ein spezieller Veranstaltungskalender sorgt für Abwechslung: es gibt besondere Menüs zum Valentinstag, zur Spargelzeit, zu Sommerfesten sowie Fisch-, Kürbis- und Wildwochen. In der Küche sind insgesamt drei Köche beschäftigt

Unter der Woche sind Tagungen und Meetings ein Geschäftsfeld: „Im Umkreis gibt es recht viele mittelständische Firmen und auch größere Unternehmen, die Räumlichkeiten für Tagungen suchen", so Klaus Hutter. Auch die Angestellten werden ins Team einbezogen: „Unsere Mitarbeiter sind nicht nur Arbeiter, sondern Teil des Familienbetriebs." Fast alle kommen aus der Region und sind schon länger im Gut beschäftigt. Personalprobleme gebe es nicht.

Ein wichtiges Standbein sind Hochzeiten: Von Mai bis Oktober finden jedes Wochenende Hochzeiten statt – zwischen 100 und 150 Personen. Pro Gast wird mit etwa 100 Euro kalkuliert. Dafür gibt es extra einen großen Pavillon für bis zu 200 Personen mit Theke, Küche, Teppichboden, Tanzfläche, Heizung und Starkstromanschluss. „Sehr beliebt bei den Gästen ist auch das Trauungszelt für freikirchliche Zeremonien im Park mit rotem Teppich", so Klaus Hutter. Die Wochenenden für 2017 sind schon ausgebucht, auch 2018 seien viele Termine bereits fixiert.

Apropos Hochzeit: Die eigene Trauung feiern die Juniorchefs, ihre königliche Hoheit Prinzessin Maria Antonia von Sachsen Gessaphe und Klaus Hutter, im Mai. Der Großvater der Großmutter von Antonia war der letzte sächsische König Friedrich August III. Ihre Vorfahren sind mit deutschen Adelshäusern wie Thurn und Taxis und den Wittelsbachern verwandt oder verschwägert. „Deshalb ist das Hotel mit Restaurant vom 25. bis 28. Mai geschlossen, weil 200 Gäste kommen", sagt die Braut.

Golfer im Fokus

Auch für den Hotelbetrieb gibt es große Pläne: Demnächst sollen weitere 20 bis 25 Zimmer in einem Anbau dazukommen, dazu muss noch das alte Wohnhaus abgerissen werden. „Die Nachfrage nach einem größerem Zimmerangebot ist da. Wir als Familienbetrieb müssen finanziell genau planen, welche Investitionen machbar sind", betont der Juniorchef. Umso schlimmer war vor vier Jahren das Jahrhunderthochwasser, das den Gutshof überflutete und einen Schaden von 6 Mio. Euro verursachte, der aber nur zu 80 Prozent durch Förderung abgedeckt war (AHGZ berichtete).

Doch davon lassen sich die Hutters nicht einschüchtern. Sie geben weiter Vollgas. Auch der Wellnessbereich soll demnächst erweitert werden, damit die Gäste länger bleiben. „Schlichtheit und Eleganz in Kombination mit Traditionsbewusstsein stehen bei uns im Vordergrund", sagt Antonia von Sachsen Gessaphe. „Wir wollen den Flair eines Anglo-Bavarian-Hideaway schaffen."

Ausgebaut werden soll in Zukunft auch das Angebot für Golfer und Radfahrer. „Wir freuen uns, dass unsere Gäste unser Angebot zu schätzen wissen. Sie spüren, dass unsere Familie und unsere Mitarbeiter mit Leidenschaft mitarbeiten. Wir hier in Niederbayern haben einiges zu bieten", erklärt der Juniorchef.


Gut Altholz Landhotel

Gegründet: 1920

Eigentümer: Familie Hutter OHG

Inhaber: Siegfried Hutter

Zimmer: 9 (18 Betten)

Auslastung: 65 Prozent

Aufenthaltsdauer: 1 Tag

Preise: DZ 75 Euro inkl. Frühstück

Umsatzverteilung: 70 Prozent F&B/30 Prozent Logis

Mitarbeiter: 25

Kontakt: www.landhotel-hutter.de

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