Ein Dorint-Hotel für Düren

Hotelprojekt. Grundsteinlegung für das neue Bismarck-Quartier in Düren. Dort soll bis Spätsommer 2018 auch ein Hotel entstehen, das Dorint betreiben wird.

Düren. Startschuss für das künftige Dorint in Düren: In Reih und Glied traten die Vertreter von Bauherr und Betreiber samt Ehrengästen als Helfer an, griffen zu den Spaten und stachen mit voller Wucht in die harte Erde. „So sparen wir die Kosten für den Bagger", scherzte Wolfgang Spelthahn, Landrat im Kreis Düren. Für ihn sei dies ein historischer Tag, mit dem ein neues Kapitel der Dürener Stadtgeschichte aufgeschlagen werde, sagte er bei der Grundsteinlegung für das Bismarck-Quartier.

Hotel plus Tagungszentrum

Bis zum Spätsommer 2018 soll die Brache, auf der bis zu ihrem Abriss im April 2015 die Stadthalle stand, mit einem gemischt genutzten Immobilienkomplex bebaut werden. Rund 1500 Quadratmeter nimmt ein Konferenzzentrum ein, dazu kommen Praxen, Gewerbe und Wohnungen, und 3750 Quadratmeter sind für ein 120-Zimmer-Hotel vorgesehen. Dessen Pächter und Betreiber auf 20 Jahre wird die Neue Dorint GmbH, die auch die Bewirtschaftung des Tagungszentrums mit 400 Plätzen übernimmt. Das Grundstück im Herzen der Stadt bleibt im Besitz des Projektentwicklers F&S Concept mit den Geschäftsführern und Investoren Georg Schmiedel und Jörg Frühauf.

Der sechsstöckige Hotelbau wird ein Gastronomiekonzept erhalten, das auch die Dürener anlocken soll. „Die Sinnhaftigkeit eines Hotels an dieser Stelle ist uns seit 15 Jahren klar", bekräftigte Landrat Spelthahn bei der Pressekonferenz zur Grundsteinlegung. Man habe bei einem bekundeten Interesse von Hampton by Hilton zwischenzeitlich auch an ein Economy-Hotel gedacht, diese Idee aber schnell wieder verworfen. „Ein Restaurant und eine Bar sollten unbedingt dazu gehören", führte er aus. „Jetzt ist es an Dorint, die Dürener Geschäfts- und Privatleute mit einem attraktiven Angebot davon zu überzeugen, das Haus für ihre Konferenzen und Familienfeiern zu nutzen." Die Immobilie im Bismarck-Quartier berge durchaus ein gewisses Risiko: „Bei Wohnungen und Büros gibt es Verträge mit kalkulierbaren Einnahmen. Für ein Hotel, dessen Auslastung nicht vorhersehbar ist, gilt das nicht. Ich hoffe, das Projekt wird die nötige Resonanz finden."

Diese allzu vorsichtige Einschätzung behagte Olaf Mertens nicht. In seinem Statement sprach der Geschäftsführer der Neuen Dorint GmbH von einem Misston, den er ausräumen wolle: „Ich hoffe es nicht, ich weiß es. Für den Erfolg stehe ich ein. Nach umfangreichen Studien haben wir hier den idealen Standort entdeckt", sagte er und stellte in Aussicht: „Ein Objekt mit interessanter Gastronomie wird dem Standort gewaltig auf die Füße helfen. Es kann ein Motor sein für die ganze Region. Glauben Sie fest daran, dass dieses Hotel gut laufen wird!"

Dorint sei nicht der einzige Bewerber für das Hotel gewesen, berichtete Bauherr Georg Schmeidel. Zwar habe man schnell gemerkt, dass die internationalen Ketten mit Düren nicht viel anzufangen wussten. Aber immerhin blieben fünf Marken als Interessenten übrig. Der Zuschlag ging schließlich an die Kölner. „Es drängte sich auf, an Dorint zu denken", so Landrat Spelthahn. „Das Unternehmen ist im Rheinland beheimatet und steht für Kompetenz in der Region. Bei der Entwicklung eines schlüssigen Gesamtkonzepts hat sich Olaf Mertens als perfekter Partner erwiesen." Er sei überzeugt davon, dass es bei dem gesamten Bauvorhaben nur Gewinner gebe: „Mit diesem Mix aus städtischer und privater Belegung lassen sich enorme Synergieeffekte erzielen. Und, ganz wichtig, die Wertschöpfung bleibt in der hiesigen Wirtschaftsregion."

Webcam zeigt Baufortschritt

Darauf kam es auch dem Team von HPP Architekten aus Düsseldorf an. Architekt Gerhard Feldmeyer setzte sich intensiv mit der Vergangenheit des 18.000 Quadratmeter großen Areals auseinander. „Ich habe bei diesem Projekt sofort Feuer gefangen", bekannte er. Er habe sich beim Spatenstich gefühlt wie der Sprinter in den Startlöchern – froh und erleichtert, dass es endlich losgeht. Das gesamte Investitionsvolumen des Bismarck-Quartiers beträgt 45 Mio. Euro, für den Theodor-Heuss-Park werden zusätzlich 2,5 Mio. Euro angelegt. Mit einer Webcam soll der Fortschritt des Baus fortlaufend dokumentiert werden.

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