Bund kassiert mehr Bußgeld wegen Schwarzarbeit am Bau

Baufirmen haben vergangenes Jahr deutlich mehr Bußgeld wegen Schwarzarbeit und Verstößen gegen den Mindestlohn geblecht als 2015.

Das Volumen stieg um rund mehr 2,1 Mio. Euro auf fast 20,5 Mio. Euro. Damit entfällt nicht ganz die Hälfte des verhängten Bußgeldes (48,7 Mio. Euro) auf die Baubranche.

Sie führt die Rangliste der schwarzen Schafe mit weitem Vorsprung an: Die zweitplatzierten Gebäudereiniger bringen es auf rund 3 Mio. Euro. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion hervor. Maßgeblich waren Angaben der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls.

Das Bußgeldvolumen wuchs, obwohl fast 3.000 Baubetriebe weniger überprüft wurden als im Vorjahr. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums sagte dazu, die FKS habe ihre Strategie geändert. "Es geht darum, die organisierten Formen der Schwarzarbeit aufzuspüren. Wir wollen an die großen Fische".

Die geringere Kontrolldichte ist der Bauwirtschaft ein Dorn im Auge. Der Rückgang um 20% sei "alarmierend", sagte Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Karl-Heinz Schneider. Er forderte, rund 800 offenen Stellen bei der FKS zu besetzen. Ende Mai treffen sich Politik und Verbände zu einem Fachforum Schwarzarbeitsbekämpfung in Berlin.

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