BNP Paribas Reim kommt mit Fonds für E-Commerce-Immobilien

Der neue paneuropäische Logistikimmobilienfonds von BNP Paribas Reim investiert in stadtnahe Immobilien für Onlinehändler. Im Bild: Das Ende 2016 in Betrieb genommene Fulfillment-Center des Onlinesupermarkts Bringmeister im Verdion Airpark am Flughafen Schönefeld in Berlin.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Gerda Gericke

Die Investmentmanager von BNP Paribas Real Estate haben einen neuen Fonds im Köcher. Im Visier: stadtnahe Logistikimmobilien für Onlinehändler. Denn von denen gebe es noch zu wenige in Deutschlands Ballungszentren.

Der Flächenbedarf des E-Commerce wächst, und die Onlinehändler rücken immer näher an die Städte heran. Die Investmentmanager von BNP Paribas Real Estate reagieren auf diese Entwicklungen mit der Auflegung ihres ersten paneuropäischen Logistikimmobilienfonds. "Wir sind gerade dabei, die Genehmigung für diesen neuen Sektorenfonds einzuholen", sagt Barbara Knoflach, Global Head of Investment Management von BNP Paribas Real Estate.

Vertrieb startet Mitte 2017

Das Fundraising soll gegen Mitte dieses Jahres starten. Bei einer angestrebten Leveragequote von ca. 40% und einem Eigenkapitalanteil von 200 Mio. Euro würde der Fonds über eine maximale Feuerkraft von ungefähr 280 Mio. Euro verfügen. Gut zwei Drittel davon (70%) sind für Deutschland, Frankreich und die Benelux-Länder reserviert, die restlichen 30% sollen in andere Länder der Eurozone fließen.

Der Fonds wird nach einem Luxemburger Muster gestrickt. Er soll über die angepeilte Laufzeit von zehn Jahren eine IIR-Verzinsung von 6% p.a. erbringen. Die angestrebte Ausschüttungsrendite beziffert Knoflach mit 5,5% p.a.

Hoffen auf Mietsteigerungen

"Wir wollen nicht auf Wertsteigerungen spekulieren, sondern hoffen auf Mietsteigerungen in den nächsten zehn Jahren", beschreibt Knoflach die Investmentstrategie. Steigende Mieten verspricht sie sich nicht von irgendwelchen Logistikimmobilien, sondern insbesondere von Hallen für E-Commerce-Händler, die sich immer näher an die Städte heranrobben: "In Europa dauert es im Schnitt zwei Tage, bis eine online bestellte Ware beim Kunden ist. Im Rest der Welt durchschnittlich nur maximal einen Tag. Auch in Europa wird das schneller gehen müssen."

Damit die Lieferzeiten dem Wunsch vieler Kunden entsprechend deutlich verkürzt werden können, brauche es, so Knoflachs Logik, viele neue Gebäudehüllen an den richtigen stadtnahen Standorten: "Wir kaufen für 5% bis 5,5% und wollen die Rendite mit der nächsten Generation E-Commerce-Mieter in Richtung 6% entwickeln", so Knoflach. Eine andere Grundvoraussetzung, die sie allerdings nicht selbst beeinflussen kann: "Das Internet muss ausgebaut werden!"

Einzelobjekte zunächst im Fokus

Der neue Fonds setzt allerdings nicht ausschließlich auf Nutzer aus der Welt des Online-Handels. Auch traditionelle Einzelhändler sowie Transport- und Logistikunternehmen sind willkommen. Was die Objektgröße angeht, passen Gebäude mit 10.000 bis 40.000 Quadratmetern an Core-Standorten ins Zielprofil. Im Moment haben es die Fondsmacher auf Einzelimmobilien abgesehen. "Zu einem späteren Zeitpunkt können wir auch Portfolios prüfen", erklärt Knoflach. Die Ticketgröße betrage bis zu 50 Mio. Euro.

Gesamte Assets under Management um 10% gestiegen

Noch ein paar Zahlen, die untermauern, wie sehr internationale Investoren trotz schrumpfender Renditen unverändert in europäische und nicht zuletzt deutsche Immobilien gehen: Die Assets under Management von BNP Paribas Real Estate Investment Management (BNP Paribas Reim) sind 2016 um rund 10% auf ca. 24 Mrd. Euro gewachsen. Das Transaktionsvolumen, das Knoflach & Co. im vergangenen Jahr gedreht haben, bewegte sich in einer Größenordnung von fast 4 Mrd. Euro: Auf Verkäufe entfiel 1 Mrd. Euro, die restlichen 2,9 Mrd. Euro waren Ankäufe.

Viel frisches Geld anzulegen

Für regulierte Fonds, also klassische deutsche Spezialfonds und Luxemburger Vehikel, wurden BNP Paribas Reim frische Gelder im Umfang von insgesamt 1,6 Mrd. Euro anvertraut. "Hinzu kommen weitere 1,3 Mrd. Euro für Separate Accounts sowie Club-Deals und Joint Ventures", berichtet Knoflach.

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