Rolf Buch verdient dreimal so viel wie der Commerzbank-Chef

Vonovia-Vorstandsvorsitzender Rolf Buch hat im vergangenen Jahr eine Gesamtvergütung von rund 4,2 Mio. Euro erhalten. Im Vergleich aller 30 Dax-Häuptlinge landet Buch damit laut einer aktuellen Analyse der Personalberatung Kienbaum auf Platz 20, zwischen Adidas-Chef Kasper Rorsted mit hochgerechneten 4,25 Mio. Euro und Oliver Bäte von der Allianz (3,9 Mio. Euro). Bestverdiener Bill McDermott von SAP verdiente 2016 rund 13,4 Mio. Euro und damit mehr als dreimal so viel wie Buch. Tabellenletzter ist Commerzbank-Chef Martin Zielke mit 1,48 Mio. Euro.

Rolf Buch.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Frank Boxler

Kienbaum hat für seine Analyse die Festvergütung sowie die kurzfristigen und langfristigen variablen Vergütungsbestandteile addiert. Was die langfristigen Elemente angeht, wurden 2016 die tatsächlichen Zuflüsse berücksichtigt und nicht mehr, wie in den Analysen der Vorjahre, die gewährten Zuwendungen. Der Versorungsaufwand blieb außen vor.

Gehaltserhöhung von 2,78% für Rolf Buch

Für Rolf Buch bedeuten die so errechneten 4,2 Mio. Euro nur eine kleine Gehaltserhöhung in Höhe von 2,78% (2015: 4,1 Mio. Euro). Aber immerhin: Neun der 30 Dax-Vorstandschefs haben 2016 teils erheblich weniger verdient als im Vorjahr. So mussten die Chefs der Energieversorger RWE und E.ON, Rolf Martin Schmitz und Johannes Teyssen, Einbußen von 24% bzw. 17% hinnehmen. Nur gut jeder Zweite der 30 Herren, 17 an der Zahl, sah überhaupt eine Gehaltssteigerung.

Andererseits: Im Durchschnitt kletterten die Gesamtdirektvergütungen um satte 15% auf 4,9 Mio. Euro (2015: 4,4 Mio. Euro). Selbst ohne die beiden Spitzenverdiener von SAP und Daimler (Dieter Zetsche: 12,46 Mio. Euro) stiegen die Gesamtgehälter um 7% auf 4,6 Mio. Euro. Zurückzuführen waren die Gehaltssteigerungen vor allem auf die Langfristvergütungen. Die Grundgehälter blieben praktisch konstant.

Buchs Grundgehalt legte um 11% zu, variable Bestandteile bleiben konstant

Wie man es dreht und wendet: Das Grundgehalt von Vonovia-Chef Buch legte 2016, im Dax-Vergleich eher untypisch, um 11,1% auf eine 1 Mio. Euro zu. Die Short-term incentives notierten fast unverändert bei 694.800 Euro (2015: 693.000 Euro). Die Long-term incentives machten mit 2,53 Mio. Euro den größten Batzen an Buchs Gehalt aus. Anders als bei vielen der anderen 29 Dax-Vorstandschefs traten diese bei Buch damit auf der Stelle (2015: 2,51 Mio. Euro).

Im Vorjahr hatte Kienbaum die Dax-Gehaltsliga noch nach einer anderen Systematik berechnet. Damals landete Buch mit einer Gesamtvergütung von 2,86 Mio. Euro auf Platz 25. Wendet man für 2015 jedoch rückwirkend die neue Methodik an, hätte Buch im vergangenen Jahr mit 4,1 Mio. Euro Platz 17 belegt. Rang 20 in diesem Jahr würde also einen kleinen Abstieg für den Wohnungsmanager bedeuten.

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