S&K-Gründer zu Haftstrafen von achteinhalb Jahren verurteilt

In dieser Villa in Frankfurt am Main residierte die S&K-Gruppe.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Sell

Die Gründer des Immobilienunternehmens S&K sind am Mittwoch wegen Untreue zu Haftstrafen verurteilt worden. Trotzdem setzte das Frankfurter Landgericht Stephan Schäfer und Jonas Köller auf freien Fuß.

Schäfer und Köller kamen mit achteinhalb Jahren besser weg, als von der Staatsanwaltschaft beantragt. Diese hatte auf neun Jahre und drei Monate Haft plädiert. Mit der Urteilsverkündung hob das Gericht die Haftbefehle gegen die S&K-Gründer auf. Sie hatten vier Jahre in Untersuchungshaft gesessen. Diese Zeit wird in der Regel auf die Strafe angerechnet. Wann die beiden wieder zurück ins Gefängnis müssen, um ihre Reststrafe abzusitzen, steht noch nicht fest.

Deal ging Urteil voraus

Mit dem Urteil endete ein Mammutprozess mit mehr als 110 Verhandlungstagen, verteilt auf 19 Monate. Dem unerwartet zügigen Ende ging eine Absprache zwischen Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht voraus. Die Angeklagten legten Geständnisse ab, die Staatsanwaltschaft ließ den Vorwurf des Betrugs fallen und beschränkte sich auf Untreue. Dies verkürzte den Prozess. Die Aufklärung des Betrugsvorwurfs hätte wahrscheinlich jahrelang gedauert.

Schäfer und Köller sollen rund um S&K ein Firmengeflecht aufgebaut haben, mit dem rund 11.000 Anleger um 240 Mio. Euro gebracht wurden. Ausgangspunkt waren Immobiliengeschäfte. 2013 flog S&K auf, die beiden Gründer wanderten nach einer Großrazzia in Untersuchungshaft.

Mehr als 500 Verfahren gegen Investoren

Für Anleger der Fondsgesellschaften S&K Real Estate Value Added und Deutsche S&K Sachwerte Nr. 2 hat das Investment juristische Folgen: Insolvenzverwalter Achim Ahrendt von der Kanzlei Herman Wienberg Wilhem, Hamburg, fordert im Interesse aller Gläubiger Ausschüttungen zurück und will dies gerichtlich durchsetzen. Insgesamt laufen nach Ahrendts Angaben mehr als 550 Verfahren gegen Investoren mit einer Forderungssumme von zusammen etwa 5 Mio. Euro. Weitere 4,5 Mio. Euro zahlten Anleger bereits zurück.

Die S&K-Gründer nimmt der Insolvenzverwalter ebenfalls in Anspruch. Die Aussichten, Geld zurückzubekommen, stehen eher schlecht: "Eine Verurteilung der Herren im Strafprozess wird die Prozessführung in den Schadenersatzprozessen erleichtern. Die Vollstreckungsaussichten sind jedoch ungewiss", so Ahrendt.

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