Münchner Büromarkt läuft heiß

Mieter, die größere Flächen suchen, müssen verstärkt auf Projekte ausweichen, die erst in ein bis zwei Jahren fertig werden. So wie hier das MY.O am Hirschgarten.
Quelle: CA Immo, Urheber: Maier Neuerberger Architekten

Ein Mietflächenumsatz von über 260.000 qm bedeutet das höchste Quartalsergebnis auf dem Münchner Büromarkt seit 15 Jahren. Mieter müssen schnell sein oder sich für Projektentwicklungen entscheiden.

Auf dem Markt für Bürovermietungen setzt München mit rund 260.000 qm Flächenumsatz eine neue Höchstmarke für die ersten drei Monate. Gleich neun Abschlüsse über 5.000 qm ergaben am Ende ein Umsatzplus von 43%. Für die größte Anmietung sorgte die Deutsche Pfandbriefbank, die für rund 13.000 qm im Business Campus München in Garching unterschrieb. Die Landeshauptstadt München mietete insgesamt 12.900 qm in der Innenstadt und das Europäische Patentamt 11.000 qm in Haar.

Das größte Problem ist derzeit das Angebot. "In keinem der fünf Münchner Innenstadtteilmärkte liegt der Leerstand aktuell über 1,5%, sodass hier mittlerweile von einer Vollvermietung gesprochen werden kann", konstatiert Rainer Knapek von CBRE in München. Größere Anmietungen gebe es fast nur noch in Projektentwicklungen.

Entspannung erst ab 2019

Doch auch die sind rar. Bis zum Jahresende werden etwas über 200.000 qm fertiggestellt sein. Davon sind fast 80% bereits vergeben. Von den rund 330.000 qm im kommenden Jahr ist noch etwas weniger als die Hälfte verfügbar. Mit einer Entspannung rechnen die Makler erst ab 2019.

Der Leerstand sei auf einem Niveau, der keine gesunde Fluktuation im Markt mehr gewährleiste und somit Unternehmen kaum noch Standortverlagerungen und Flächenexpansionen vornehmen könnten, erklärt Jan Linsin, Chefresearcher von CBRE Deutschland. Bis zu sieben Unternehmen suchen derzeit nach Flächen mit mehr als 10.000 qm. "Bei dieser Konkurrenz ist es unerlässlich, schnell zu agieren", meint Nico Jungnickel von Savills in München. Nutzer, die sich nicht zügig entscheiden könnten, hätten das Nachsehen. Eigentümer müssten zudem kaum noch Incentives gewähren.

Das knappe Flächenangebot lässt die Mieten stark steigen. Zwar ist die Spitzenmiete mit bis zu 36 Euro nahezu unverändert. Doch darunter steigen vor allem die Mieten in Neubauten und projektierten Objekten rasant.

Das Umland profitiert weiter

Aus Mangel an Flächen in der Innenstadt haben sich die Anmietungen im Umland mehr als verdoppelt. Vor allem größerer Gesuche könnten kurzfristig nur noch im Umland befriedigt werden, sagt Knapek. Hier ist die Auswahl groß. Immer noch stehen im Umland über 9% der Flächen leer. Knapek ist sich sicher, dass Büros im Umland, die gut angebunden sind, weiterhin an Bedeutung gewinnen werden.

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