Streit um Mieterhöhung erfordert konkrete Zahlen

Bezweifeln Mieter im Krach um eine Mieterhöhung die Größe der Wohnung, müssen sie selbst mit Zahlen aufwarten. Nur so können sie Vermieterangaben wirksam bestreiten, um den höheren Mietzins abzuwehren. Diese Vorgabe gilt zumindest dann, wenn der Eigentümer in seinem Schreiben die Wohnfläche konkret benannte. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden (Urteil vom 31. Mai 2017, Az. VIII ZR 181/16).

Großen Messaufwand brauchen Mieter jedoch nicht zu betreiben. Den Richtern genügt das Ergebnis einer von den Mietern selbst vorgenommenen "laienhaften", überschlägigen Vermessung. Diese ist nach Ansicht des BGH auch bei einer Dachwohnung mit Schrägen und Loggia leistbar.

Im entschiedenen Fall ging es um eine solche Dachwohnung. Eine Vermieterin aus Mainz wollte den Nettomietzins um rund 50 Euro nach oben setzen. In der Ankündigung gab sie die Wohnungsgröße mit 92,54 qm an. Das zog die Mieterin in Zweifel, ohne vor Gericht zu sagen, wie groß die Wohnung denn ihrer Meinung nach ist. Das entspreche nicht der erforderlichen substanziellen Erwiderung, so der BGH. Er verwies den Fall zurück ans Landgericht Mainz, das klären muss, ob die Mieterhöhung berechtigt ist.

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