Jagdfeld erzielt Etappenerfolg gegen Signal Iduna

Anno August Jagdfeld hat das Dortmunder Landgericht davon überzeugt, dass seine 536-Mio.-Euro-Klage gegen die Signal Iduna nicht abgewiesen, sondern verhandelt gehört.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Bernhard Bomke

Der Immobilienunternehmer Anno August Jagdfeld hat ein frühzeitiges Ende des von ihm angestrengten Verfahrens gegen die Versicherung Signal Iduna abgewendet (Az. 2 O 387/124). Der für den morgigen Dienstag anberaumte Termin, bei dem das Landgericht Dortmund die Klage Jagdfelds auf Schadenersatz in Höhe von 536 Mio. Euro abweisen wollte, wurde von eben jenem Gericht abgesagt. Stattdessen soll es im Januar 2018 mindestens sieben Verhandlungstage geben, an denen der Vorstand der Signal Iduna verhört wird.

Das Landgericht formulierte heute in einer dürren Pressemitteilung so: "Nachdem auf einen Hinweisbeschluss der Kammer erheblicher Vortrag erfolgt ist, soll nach dem derzeitigen Stand eine Beweisaufnahme durchgeführt werden." Zu Deutsch: Jagdfelds Anwälte nutzten die vergangenen Monate nach der Gerichtsverhandlung im Dezember 2016 dazu, umfangreiches Material zusammenzustellen. Es ist von Tausenden Seiten Papier die Rede, mit denen sie das Gericht bombardierten. Damit versuchten sie, das Landgericht davon zu überzeugen, dass der Vorwurf des Rufmords, den Jagdfeld im Zusammenhang mit dem geschlossenen Fundus-Fonds 31 (FF 31; Hotel Adlon, Berlin) gegenüber der Signal Iduna erhebt, nicht zu den Akten, sondern verhandelt gehört.

Landgericht setzt für Januar 2018 sieben Verhandlungstage an

Dem folgte das Gericht nun offenkundig. Es setzte für den Zeitraum vom 15. bis 23. Januar 2018 gleich sieben Verhandlungstage an. Die Beweisaufnahme soll, wie es aus dem Umfeld des Verfahrens heißt, "unter Beteiligung des gesamten Vorstands der Signal Iduna" erfolgen.

Jagdfeld hatte gegen die Signal Iduna bereits Ende 2014 Klage eingereicht. Darin nahm er auf Vorgänge um das Berliner Hotel Adlon aus dem Jahr 2009 Bezug. Er sprach von "kreditschädigenden Falschbehauptungen der Signal Iduna", die "Reputations- und Vermögensschäden der Mitglieder der Familie Jagdfeld und deren Unternehmen" ausgelöst hätten. Seine Argumentation erinnerte stark an die Causa Leo Kirch/Deutsche Bank. Die Versicherung hatte Anteile an dem Fonds FF 31 gezeichnet und soll, so der Vorwurf Jagdfelds, mittels Anlegerschutzgemeinschaft versucht haben, Jagdfeld als Geschäftsführer des Fonds abzusetzen. Zudem war der Geschäftsmann seinerzeit von Anlegern wegen des Verdachts der Untreue angezeigt worden. Die Schäden, die ihm durch die von ihm als Rufmordkampagne bezeichneten Vorgänge entstanden seien, beziffert der Geschäftsmann auf 536 Mio. Euro.

Signal Iduna lehnte im Dezember 2016 einen Vergleich ab

Beim Verfahren vor dem Dortmunder Landgericht im Dezember vergangenen Jahres hatte der Vorsitzende Richter Willi Pawel einen Vergleich nahegelegt. Die Versicherung, so sein Vorschlag, solle ihre Adlon-Fondsanteile im Nominalwert von rund 5 Mio. Euro an Jagdfeld übertragen und ihm darüber hinaus 20 Mio. Euro zahlen. Signal-Iduna-Anwalt Lutz Aderhold lehnte das seinerzeit rundweg ab. "Wir werden uns nicht vergleichen. Nicht auf 20 Mio., nicht auf 10 Mio. und auch nicht auf 1 Mio. Euro", sagte er im Dezember. "Herr Jagdfeld wird keinen Cent Schadenersatz von der Signal Iduna erhalten."

Wie die Versicherung resp. ihr Rechtsvertreter auf die neue Entwicklung reagiert, ist noch offen. Eine Stellungnahme der Beklagtenseite lag der Immobilien Zeitung bis zum Redaktionsschluss nicht vor.

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