BFW fordert 3 Mio. seniorengerechte Wohnungen bis 2030

Die meisten alten Menschen, die in ihren eigenen vier Wänden leben, möchten nicht mehr umziehen.
Quellle: istockphoto.com, Urheber: Highwaystarz-Photography

Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen mahnt Immobilienwirtschaft und Politik an, gemeinsam für mehr seniorengerechten Wohnraum zu sorgen. Bis zu 3 Mio. Einheiten müssten hierzulande bis zum Jahr 2030 entsprechend umgebaut oder neu errichtet werden. Allerdings fällt vielen Senioren der Umzug laut einer Umfrage der Deutsche Leibrenten Grundbesitz schwer.

Den Bedarf leitet der Verband aus Prognosen ab, nach denen im Jahr 2030 etwa ein Drittel der deutschen Gesamtbevölkerung im Rentenalter sein wird. Tatsächlich geht aus der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung der Bundesregierung hervor, dass 2030 ca. 28% der in Deutschland lebenden Menschen 65 Jahre und älter sein werden.

Die Immobilienbranche müsse im Zusammenspiel mit der Politik diesen Bedarf decken, fordert der BFW. Zum einen, um möglichst vielen Menschen ein selbstbestimmtes Altern in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen, zum anderen, um einen Umzug ins Heim und damit eine höhere Belastung der öffentlichen Haushalte zu vermeiden. Wichtig seien daher niedrigschwellige ambulante Pflegeangebote im Quartier und die Weiterentwicklung nutzerfreundlicher technischer Assistenzsysteme, sagt BFW-Vorstand Dirk Salewski. Darüber hinaus fordert er von Bund und Ländern, die Förderprogramme für einen altersgerechten Umbau von Häusern und Wohnungen auszuweiten.

Viele Immobilieneigentümer wollen ihr Zuhause vererben

Sonja Steffen, Vorstandsvorsitzende des BFW Landesverbands Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland, gibt zu bedenken, dass die Rechtsunsicherheit bei der Umsetzung der neuen Landesheimgesetze den Neubau von stationären Einrichtungen und auch von vorstationären Wohnformen "erheblich" verzögere. Die Immobilienwirtschaft mahnte sie an, sich bereits bei der Planung von altersgerechten Wohnkonzepten mit der Sozialwirtschaft zu vernetzen.

Ein Umzug fällt vielen älteren Menschen, die im Eigentum leben, allerdings schwer. Das ergab eine Umfrage der Deutsche Leibrenten Grundbesitz unter 1.000 Senioren. Nahezu alle Befragten wollen ihre Immobilie nicht verkaufen, weil sie sich darin geborgen fühlen (97% der Umfrageteilnehmer) bzw. der Überzeugung sind, dass sie nur im eigenen Zuhause ihre Freiheit bewahren können (94%). Etwa drei Viertel möchten nicht ausziehen, weil sie ihre Immobilie vererben wollen.

Zurück zur Startseite