München startet Meldeplattform gegen Zweckentfremdung

Trotz massiver Proteste von den Eigentümerverbänden setzt die Stadt München bei der Aufdeckung von Zweckentfremdung von Wohnungen auf die Hilfe der Bürger. Ab Januar kann praktisch jeder die mutmaßliche Zweckentfremdung einer Wohnung online über eine Internetplattform anzeigen. Da die Meldungen anonym erfolgen können, rechnet die Stadt mit einem deutlichen Anstieg der Anzeigen. Heute würden wöchentlich im Schnitt etwa zehn bis 15 Anzeigen beim Amt für Wohnen und Migration eingehen.

Der Eigentümerverband Haus & Grund und der IVD Süd warnten schon bei der Bekanntgabe der Pläne im vergangenen Jahr vor einer Bespitzelungsmentalität. Die Stadt hält dagegen: "Wir installieren die Meldeplattform nicht, weil wir mehr Bußgeld einnehmen wollen", versucht Stadtrat Marian Offman, Sprecher der CSU-Fraktion im Sozialausschuss, die Kritiker zu besänftigen. Da München jede Wohnung brauche, müsse man gegen die Zweckentfremdung vorgehen. Die Hoffnung ist, dass die Angst vor Entdeckung zusammen mit den drastisch erhöhten Strafen von bis zu 500.000 Euro mehr Vermieter abschrecken werden. In München ist vor allem die Vermietung von Wohnungen an Medizintouristen eine lukrative Einnahmequelle.

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