Studie: Neues Vergaberecht ist zu kompliziert

Das 2016 reformierte Vergaberecht scheint Bauherren zu kompliziert zu sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von EY Real Estate. Die Berater hörten sich bei rund 100 Bauherren um. Die meisten von ihnen fanden, die Reform habe ihr Ziel verfehlt, die Auftragsvergabe effizienter und einfacher zu machen.

Einzig die Chance, Verfahren digital abzuwickeln, fanden die Befragten gut. Die große Mehrheit befürwortet laut EY die elektronische Vergabe. Als Vorteil digitaler Plattformen werden die vereinfachte Kommunikation zwischen Ausschreiber und Bieter genannt. Die Nutzung ist unterschiedlich ausgeprägt: Sie reicht von der elektronischen Bekanntmachung über Abrufbarkeit der Unterlagen bis zum digitalen Einreichen der Gebote. Einige Auftraggeber konnten sich auch Zu- und Absage über elektronische Kommunikation vorstellen.

Insgesamt beurteilten rund 65% der Befragten das Vergabeverfahren immer noch als zu formalistisch. Mit der Folge, dass sie stärker auf Rechtssicherheit achten und weniger die Option nutzen, präzise auf das Projekt zugeschnittene Ausschreibungen auf den Weg zu bringen. Neue Wertungskategorien wie Innovationskraft und Umweltbewusstsein setzen sich zögernd durch. Trotz Reform bleibt der Preis das entscheidende Kriterium für den Zuschlag.

Die Studie basiert auf den Angaben privater und öffentlicher Auftraggeber. Die meisten von ihnen stehen für Planungs- und Bauleistungen zwischen 5 Mio. und 20 Mio. Euro pro Jahr.

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