Oranienburger Kornspeicher kriegt zum 100. ein Stadtquartier

Das Berliner Büro Graft Architekten hat 263 Wohnungen rund um den alten Kornspeicher gestellt.
Quelle: TAS

Die deutsche Hauptstadt platzt aus allen Nähten. Grund für die Wohnungsbauer, in die Peripherie auszuweichen - so wie der Hamburger Entwickler und Investor TAS, der an der nördlichen Stadtgrenze rund um einen denkmalgeschützten ehemaligen Getreidespeicher 263 Wohnungen errichtet.

Zum 100. Geburtstag bekommt der alte Kornspeicher am Ufer der Havel ein eigenes Stadtquartier geschenkt. Bis Mitte der 1970er Jahre war der Stahlskelettbau mit seinen massiven Betonsäulen und den zwölf 30 m langen Silokammern in Betrieb. Seitdem verfällt das Baudenkmal. Doch nicht mehr lange. Jetzt hat TAS-Geschäftsführer Marcus Schwarz seine Baupläne vorgestellt. Der Investor und Entwickler will im 37 m hohen stadtbildprägenden Getreidespeicher am Louise-Henriette-Steg in Oranienburg 20 bis 26 Wohnungen errichten. Ob zur Miete oder zum Eigentum ist noch nicht entschieden. Doch das ist der zweite Schritt.

Zwölf Häuser, 263 Wohnungen

Zunächst lässt Schwarz zwölf neue Gebäude mit 263 Miet- und Eigentumswohnungen und einer Wohnfläche von 21.300 qm errichten. Der Baubeginn soll im ersten Quartal 2018 erfolgen. Hinzu kommen 214 Tiefgaragenplätze. Als Generalplaner verpflichtete TAS die Berliner IWB Ingenieurgesellschaft, als Architekten das Berliner Büro der immer wieder mit Hollywoodschauspieler Brad Pitt in Verbindung gebrachten Graft Gesellschaft von Architekten. Die alten Lagerhallen auf dem 15.500 qm großen Grundstück sind bereits abgerissen.

Verkaufsgespräche mit den üblichen Verdächtigen

Im neuen Wohngebiet will er vielen Altersgruppen ein Zuhause bieten - Senioren, Paaren mittleren Alters mit Arbeitsstelle in Berlin und Familien. Dafür lässt er Wohnungen mit zwei bis fünf Zimmern zwischen 45 qm und 130 qm bauen, wobei mit 70% der größte Teil auf die Zwei- bis Dreizimmerwohnungen (45 qm bis 90 qm) entfällt. 20% der geplanten Unterkünfte will Schwarz als Eigentumswohnungen verkaufen. Die Verkaufspreise seien noch nicht kalkuliert, sagt er. Der Rest wird zur Miete angeboten. Sozialwohnungen haben die Hanseaten nicht auf der Agenda.

Das Investitionsvolumen taxiert das Unternehmen auf 55 Mio. Euro. Den Mietwohnungsanteil im Neubau will er verkaufen. Dazu ist er in Gesprächen mit den üblichen Verdächtigen (Fonds, Versorger, Pensionskassen) und verspricht ihnen, eine durchschnittliche Miete von 10 bis 11,50 Euro/qm erzielen zu können.

Der Kornspeicher ist außen vor. Er liegt in einer eigenen Gesellschaft. Vielleicht will TAS das Denkmal behalten. Fertig werden soll das geplante Quartier 2020. Dann ist der Turm 103 - kein Alter; der Sänger Johannes Heesters wurde 108.

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