Verbände fordern längere Eichfristen für Wasserzähler

Wasserzähler halten lange, stellten Forscher des Hamburger Instituts fest.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Lars Wiederhold

Die wohnungswirtschaftlichen Verbände halten die derzeitigen Eichfristen für Wasserzähler in Deutschland für zu kurz. Sie stützen sich dabei auf eine von ihnen in Auftrag gegebene Studie des Hamburger Instituts.

Die Wissenschaftler des Hamburger Instituts haben ermittelt, dass die meisten Zähler auch nach 20 Jahren Betrieb noch genaue Messdaten liefern. Minimale Fehlmessungen stünden in keinem Verhältnis zu den Kosten für den Wechsel.

Die Studie verweist zudem auf die Regelungen in anderen Ländern. Während in Deutschland Zähler für Kaltwasser in Wohnungen nach sechs und solche für Warmwasser nach fünf Jahren ausgetauscht werden müssen, betragen die Eichfristen in den USA und Kanada 17 in Frankreich 18 und in Spanien 23 Jahre.

Im Gegensatz zu den Wasserzählern bestehe in Deutschland zudem für Heizkostenverteiler keine Eichpflicht, obwohl bei diesen Messfehler zu stärkeren monetären Belastungen der Wohnungsnutzer führten.

Die Gutachter empfehlen für Deutschland eine Eichfrist, die sich nach der Bauweise der Zähler richtet. Demnach sollten es bei Flügelradzählern 15 Jahre und bei den genaueren Ultraschallzählern 20 Jahre sein, jeweils ohne Unterscheidung, ob der Durchfluss von Kalt- oder Warmwasser gemessen wird. Dadurch ließen sich jährlich volkswirtschaftliche Gewinne und Einsparungen bei den Wohnnebenkosten in Höhe von mehr als 500 Mio. Euro erzielen, glaubt das Hamburger Institut. Einen vollständigen Verzicht auf die Eichfristen hält es dagegen nicht für ratsam.

Die Studie wurde im Auftrag von Haus & Grund, BFW, DMB, GdW und DDIV erstellt.

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