ZIA präsentiert alte und neue Rezepte für mehr Klimaschutz

Geht es nach dem ZIA, wird der Klimaschutz im Gebäudesektor durch schnellere und mehr kleine und große Sanierungen vorangebracht.
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Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) hat seine im vergangenen Jahr angekündigten Alternativvorschläge für verbesserten Klimaschutz im Gebäudesektor vorgelegt. Damit soll der Ausstoß von Kohlendioxid bei Gebäuden um fast die Hälfte des für das Jahr 2014 errechneten Volumens verringert werden. Als wesentliche Rezepte empfiehlt der Lobbyverband steuerliche Förderungen, staatliche Zuschüsse, flexiblere Vorschriften und den Aufbau einer aussagekräftigen Datenerfassung.

ZIA-Präsident Andreas Mattner begründet das Vorlegen eigener Ideen als Alternativangebot zu den im Klimaschutzplan 2050 genannten Plänen der Bundesregierung mit diesen Worten: „Nicht das schärfste Umweltrecht ist auf unserem Sektor das Beste für ökologische Lösungen, sondern das intelligenteste unter Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeit und Technologieoffenheit.“ Thomas Zinnöcker, Vorsitzender der Task Force Energie beim ZIA, erklärt, was der Verband mit der Rezeptesammlung vorhat: „Mit den vorgelegten Alternativvorschlägen wollen wir den Dialog mit der Bundesregierung intensivieren und auf die Bedürfnisse der Immobilienwirtschaft hinweisen.“ Das dürfte in wesentlichen Teilen kein Problem sein, denn viele der ZIA-Vorschläge sind nahe an den Überlegungen im Klimaschutzplan.

Task Force fordert lineare Abschreibung von 3% p.a. - diesmal für den Klimaschutz

Die Sammlung ist das Ergebnis von langen Beratungen mit einigen Experten aus Forschung und Wirtschaft. Von diesen stammt auch die Einschätzung, dass die Vorschläge in Summe geeignet sind, den CO2-Ausstoß im Gebäudesektor um jährlich 56 Mio. t zu verringern. Das wäre fast die Hälfte der 119 Mio. t, die für Gebäude im Klimaschutzplan 2050 für das Jahr 2014 genannt werden.

Die Vorschläge sehen bekannte Forderungen wie diese vor: Die lineare Abschreibung bei Gebäuden soll von jährlich 2% auf mindestens 3% erhöht werden. Die Begründung ist - anders als im Bundestagswahlkampf - nicht das Ziel, schnell mehr Wohnungen zu bauen, sondern der stark steigende Anteil kurzlebiger Ausbau- und technischer Bestandteile bei Gebäuden, wozu auch Investitionen für Energiespartechnik gezählt werden. Um schneller mehr Energieeinsparung zu erzielen, solle die lineare AfA erhöht werden.

Sodann fordert der ZIA einmal mehr eine steuerliche Sonderabschreibung für energetische Gebäudesanierungen. Zudem soll sichergestellt werden, dass die Kosten für wichtige Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die als anschaffungsnahe Herstellungskosten eingestuft werden, steuerlich auf jeden Fall kurzfristig absetzbar sind und nicht etwa erst über 50 Jahre (Basis 2% AfA p.a.).

Zu den zentralen Forderungen gehört das Fördern von Fotovoltaik

Einen Schwerpunkt legt der ZIA auf die Förderung von Fotovoltaikanlagen. Die dürften Immobilien nicht steuerlich dahingehend infizieren, dass Gebäude plötzlich nicht mehr von der Gewerbesteuer befreit wären. Da das bislang nicht eindeutig geklärt sei, bestehe hier ein Hemmnis für Eigentümer, stärker in Fotovoltaikanlagen auf Gebäuden zu investieren.

Zu den neuen Forderungen gehören u.a. die Möglichkeit, niedriginvestive Verbesserungen wie etwa den Einbau hocheffizienter Pumpen und die optimierte Steuerung von Heizungsanlagen stärker auf Mieter umlegen zu können, die andererseits von Einsparungen bei den Energiekosten profitierten. Dazu solle die Betriebskostenverordnung geändert werden.

Vorstoß für eine belastbare Datenerfassung zum Energieverbrauch

Der Verband schlägt vor, eine umfangreiche Datenerfassung zum Energieverbrauch im Gebäudesektor aufzubauen, so wie es die Europäische Union vorgeschlagen hatte und Länder wie Österreich und Großbritannien schon umsetzen. Bestandshalter sollen ähnlich wie beim Flottenverbrauch der Automobilbranche beim Einhalten von Energieeinsparzielen das Gesamtportfolio im Blick haben dürfen. Das heißt, nicht jedes einzelne Gebäude muss gleichermaßen energetisch optimiert werden. Der Grundgedanke dabei: Mit materiell und finanziell weniger Aufwand lässt sich mitunter mehr Energieeinsparung erreichen als bei kostspieligen Investitionen.

Bei der Datenerfassung drängt der ZIA darauf, die unterschiedlichen Verantwortlichkeiten von Eigentümern und Mietern im Blick zu haben. So habe etwa bei Gewerbeimmobilien häufig der Mieter die Verantwortung für die Stromversorgung, während der Eigentümer in der Regel für die Wärmeversorgung zuständig sei. Da für den Klimaschutz völlig egal ist, wer für was verantwortlich ist, müsste entsprechend sichergestellt werden, dass sowohl die Daten zu Strom als auch zu Wärme erfasst würden. Hierbei setzt der Verband auf die Chancen der Digitalisierung.

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