Becken startet Core-plus-Spezialfonds

Michael Becken.
Quelle: Becken Holding GmbH

Die Hamburger Becken-Gruppe steigt ins Fondsgeschäft ein. Mit Hansainvest als Service-KVG wurde ein Spezialfonds für deutsche Bürogebäude aufgesetzt. Eigentümer Dieter Becken hat die ersten drei Ankäufe für 100 Mio. Euro vorfinanziert, nun beginnt sein Holding-Geschäftsführer Michael Becken mit der Investorenansprache.

Unter dem Projektnamen Immobilienwerte sucht der Bürofonds institutionelle Investoren, die den Großteil des aktuell investierten Becken-Eigenkapitals übernehmen und mit weiteren Geldern den Fonds in den kommenden zwei Jahren auf sein Zielvolumen von 400 Mio. bis 500 Mio. Euro brutto bringen. Die geplante Fremdfinanzierungsquote liegt bei 50%, als BVI-Rendite wird 5,5% bis 6% p.a. angepeilt, davon sollen knapp 5% auf die Ausschüttungsrendite entfallen.

Citynahe Randlagen im Fokus

Nach den Worten von Michael Becken verfolgt der Fonds eine Core- bis Core-plus-Anlagestrategie "mit Value-add-Fantasie". Das im derzeitigen Preisumfeld recht optimistisch wirkende Renditeziel will man durch Wertschöpfung bei nicht mehr ganz taufrischen Bestandsgebäuden erreichen. Die befinden sich typischerweise zwar in den sieben Bürohochburgen, dort aber außerhalb der teuren Innenstadtlagen. "Wir folgen hier unserer Strategie in der Projektentwicklung: citynahe Ib-Lagen mit sehr guter Nahverkehrsanbindung und günstigeren Einstiegspreisen." Das Startportfolio besteht aus drei Objekten in Berlin, Frankfurt und Düsseldorf. Zudem ist geplant, dem Fonds künftig Becken-Projekte zum Kauf anzubieten, bevor sie offiziell in die Vermarktung gehen.

"Für teure Gebäude in den Ia-Lagen braucht man unser Know-how nicht", weiß Becken. Aber um brauchbare Objekte z.B. durch neue Flächenkonzepte und verbesserte Energiestandards aufzuwerten, sei man hausintern kompetent aufgestellt. Und da die Becken-Gruppe ständig den Markt nach Chancen für Neubauprojekte sondiere, erhalte man auch viele interessante Angebote im Bestand, deren Substanz zu gut für einen Abriss sei. "Wir möchten für den Fonds Ähnliches machen, was wir vor Jahren mit dem Haspa-Portfolio erreicht hatten."

Langfristige Bindung erwünscht

Das Haspa-Portfolio wurde 2014 im Joint Venture mit dem Finanzinvestor Castlelake erworben, entwickelt und binnen einiger Jahre abverkauft. Der Becken-Spezialfonds soll dagegen eine längere Lebensdauer (Stichwort: Evergreen) haben. "Wir möchten gerne über die Zeit an den Gebäuden arbeiten, ab und zu auch mal eins verkaufen, aber auch wieder nachkaufen", wünscht sich Becken. Um langfristige Interessensgleichheit sicherzustellen, werde das Unternehmen auch eigenes Kapital in den Objekten bzw. dem Fonds binden.

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