Bäckerei Kamps verkauft jetzt auch Kondome

Michael Garvens (rote Krawatte) und Jochen Pollotzek (blaues Hemd) im Kreise der Kampus-Belegschaft am Flughafen Köln-Bonn.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Christoph v. Schwanenflug

Morgen eröffnet am Flughafen Köln-Bonn ein Selbstbedienungsladen namens Kampus. Das Geschäft für Reiseproviant und Reisebedarf wurde von der Bäckereikette Kamps entwickelt. Für das neue Format sucht das Unternehmen Flächen ab 60 qm Größe an Frequenzstandorten.

Mit 450 Filialen ist Kamps eine der größten Bäckereiketten in Deutschland. Am Flughafen Köln-Bonn geht der Backwaren-Multi ab morgen neue Wege. Auf einer früheren Kamps-Fläche im Terminal 2 eröffnet ein Convenience-Laden mit Namen Kampus. Dort werden warme und kalte Snacks, Backwaren und Getränke, aber auch Zahnpasta, Desinfektionsmittel, Handcreme und Kondome verkauft. "Ich hätte nicht gedacht, dass wir bei Kamps einmal Kondome verkaufen, aber jetzt ist es soweit", sagte Geschäftsführer Jochen Pollotzek gestern bei einem Pressetermin. Mit Kampus tritt Kamps gegen Convenience-Konzepte wie ServiceStore DB oder die avec-Lädchen der Valora-Gruppe an.

Bei Erfolg bis zu 100 Kampus-Filialen denkbar

Kampus ist ein Selbstbedienungskonzept mit angeschlossenem Sitzbereich zum Verzehr von Speisen und Getränken. Die Grundfläche des Geschäfts beträgt rund 150 qm inklusive der hinterwärtigen Produktionsräume. Vis à vis gibt es noch einen separaten, etwa 35 qm großen Sitzbereich. Bevor die Entscheidung über eine weitere Expansion fällt, sollen erst zwei bis drei weitere Kampus-Läden in Betrieb gehen. Sollte sich das Konzept als filialtauglich erweisen, sieht Kamps ein Potenzial von 50 bis 100 Standorten in Deutschland. "Die Flächen dürfen auch kleiner sein. Wir möchten auch in der Lage sein, Flächen ab 60 qm zu bespielen", sagt Burkhard Wunsch, Leiter Standortentwicklung bei Kamps. So ist der Sitzbereich im Laden z.B. nicht zwingend.

"Innovationstreiber in der Flughafenbranche"

Kamps zufolge verbindet Kampus "die Stärken der bekannten Bäckereimarke Kamps mit den wachsenden Convenience-Bedürfnissen der modernen Konsumenten". Die Großbäckerei hat das Format zusammen mit dem Flughafen Köln-Bonn entwickelt. "Wir sind ein Innovationstreiber in der deutschen Flughafenbranche", lobte sich Flughafen-Geschäftsführer Michael Garvens. Da es sich um ein Pilotprojekt handelt, betreibt Kamps den Laden selbst. Ansonsten ist der Bäckereifilialist ein reinrassiges Franchisekonzept: 98% der Filialen befinden sich im Besitz von Partnern. Kamps gehört seit Mai 2015 zur französischen Groupe Le Duff (u.a. Brioche Doreé).

Kampus ist ausdrücklich ein Konzept für Frequenzstandorte (Bahnhöfe, Flughäfen etc.). Der Ladenbau kommt von der Firma Soda aus Bochum.

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