Weiterer Immobilienunternehmer in Regensburg verhaftet

In der mutmaßlichen Bestechungsaffäre um den suspendierten Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) hat die Staatsanwaltschaft den Geschäftsführer des Projektentwicklers Immobilien Zentrums, Regensburg, verhaften lassen.

Der Unternehmer sitzt seit Anfang November in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Bestechung des Oberbürgermeisters in zwei Fällen und Vorteilsgewährung vor.

Es bestehe der dringende Verdacht, dass der Unternehmer von 2012 bis Mitte 2016 insgesamt knapp 130.000 Euro an den SPD-Ortsverein Regensburg Stadtsüden spendete, der damals von Wolbergs geführt wurde. Um die Herkunft der Spenden zu verschleiern seien die Spenden gestückelt worden. Im Gegenzug soll Wolbergs die Stadtverwaltung angewiesen haben, die Wohnbebauung auf einem Grundstück zu ermöglichen, das dem Immobilien Zentrum gehört.

Die Ermittlungen gegen den Geschäftsführer laufen schon seit über einem Jahr. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft begründete den jetzt beantragten Haftbefehl mit der Erkenntnis, dass dieser versucht haben soll, künftige Zeugen zu beeinflussen.

Wolbergs weist Anschuldigungen erneut zurück

Während das Immobilien Zentrum bis Redaktionsschluss auf Anfrage keine Stellungnahme abgab, reagierten die Anwälte Wolbergs bereits. Die Verteidigung nehme „fassungslos zur Kenntnis", wie die Staatsanwaltschaft agiere. Jede Entscheidung Wolbergs werde mit dem Generalverdacht der Korruption überzogen. Auch im Fall des Immobilien Zentrums habe Wolbergs unbeeinflusst von Spenden im Interesse der Stadt gehandelt, so der Münchner Rechtsanwalt Peter Witting in einer Mitteilung.

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