Anzahl der Wohnungslosen auf Rekordniveau

Die Anzahl der Menschen ohne eigenen Wohnsitz steigt rapide.
Quelle: Pixabay, Urheber: gladatony

Die Anzahl der Wohnungslosen in Deutschland ist nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) auf das Rekordniveau von 860.000 Menschen (Stand Ende 2016 Jahres) angestiegen. Sozialverbände und die IG Bau verlangen von Jamaika in spe ein Konzept gegen die "Drei-Klassen-Gesellschaft" beim Wohnen.

Nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft der Sozialverbände ist ein Zuwachs von 150% im Vergleich zu 2014 in der Gruppe der Menschen ohne eigenes Obdach zu registrieren. Für das Jahr 2018 geht die Arbeitsgemeinschaft von 1,2 Mio. wohnungslosen Menschen aus. Davon sind mehr als die Hälfte anerkannte Flüchtlinge, die in Gemeinschaftsunterkünften leben. Doch nicht nur die Flüchtlingsproblematik treibe die Zahlen in die Höhe, sagt die Arbeitsgemeinschaft. Der wesentliche Grund für Obdachlosigkeit sei der eklatante Mangel an preisgünstigem Wohnraum. Menschen verlören ihre Wohnung etwa durch Mietschulden sowie gekürzte Hartz-IV-Leistungen und könnten keine neue Bleibe mehr finden.

Mehrwertsteuersatz beim Sozialwohnungsbau muss runter

Die IG Bau nennt die "Horrorzahl von 860.000 Wohnungslosen" einen "sozialpolitischen Alarmruf". Beim Wohnen entstehe in Deutschland mittlerweile eine Drei-Klassen-Gesellschaft. Neben jenen, die Höchstpreise zahlen können, gibt es zunehmend am unteren Ende der Skala die Menschen, die sich gar keinen Wohnraum mehr leisten können. IG Bau und die Arbeitsgemeinschaft verlangen von der sich womöglich bildenden Koalition aus Union, FDP und Grünen, diesen Problemen ins Auge zu sehen und ein Konzept zu entwickeln. IG-Bau-Vize Dietmar Schäfers schlägt vor, beim Errichten von Sozialwohnungen den Mehrwertsteuersatz von derzeit 19% auf 7% zu senken. Einen ähnlichen Vorschlag hatte bereits Andreas Ibel, Präsident des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), den Koalitionären in spe unterbreitet.

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