Berliner Mieterstromplattform umwirbt private Immobilien

Selbst ist der Mensch! Mieterstrom soll hier in der Newtonstraße die Kosten um gut ein Viertel senken.
Urheber: Regina Weißkopf

Kaum 1% des Stroms wird heute auf Berliner Dächern gewonnen, 25% wären möglich. Um diese Lücke rasch zu schließen, lädt Berlins Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Ramona Pop (Bündnis 90/Die Grünen) die private Immobilienwirtschaft ein, sich am Ausbau der Sonnenenergie zu beteiligen. Gleichzeitig verspricht ein privates Unternehmen seinen Bewohnern, per Mieterstrom gut ein Viertel der Stromkosten zu sparen.

Die Berliner Stadtwerke und die sechs kommunalen Wohnungsbaugesellschaften der Stadt haben eine sogenannte Mieterstromplattform aus der Taufe gehoben. Zusammen sollen auf den Dächern Sonnenkraftwerke gebaut werden, deren Ökostrom die Mieter in den Häusern kostengünstig beziehen können. Die landeseigenen Unternehmen Degewo, Gesobau, Gewobag, Howoge, Stadt und Land sowie WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte und die Stadtwerke "sollen die Potenziale der Immobilien für Photovoltaik entwickeln", Anlagen bauen und betreiben und den Strom direkt vor Ort an die Mieter verkaufen.

Gemeinsame Teams checken das Potenzial des Sonnenstroms

"Der Grundstein ist gelegt", so Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Irmer. "Jetzt checken gemeinsame Teams der sieben Gründer alle Dächer der Partner auf solare Eignung, entwickeln Standardverträge und loten weitere Kooperationsmöglichkeiten aus." Hierzu gehören etwa Modelle für die gemeinsame Nutzung von Strukturen vom Einkauf bis zur Vermarktung. "Ich ermuntere weitere Firmen aus der Energie- und Immobilienwirtschaft, dabei zu sein", wirbt die Energiesenatorin charmant bei Unterschrift der Vereinbarung.

Koalitionsvertrag umsetzen

Die rot-rot-grüne Berliner Landesregierung will schrittweise auf eine komplett regenerative und dezentrale Energieversorgung umstellen. So steht es im Koalitionsvertrag geschrieben. Darum soll bis Ende kommenden Jahres untersucht werden, auf welchen Dächern öffentlicher Gebäude sich die Installation von Solaranlagen rechnet.

Gut ein Viertel Stromkosten weniger

Gleichzeitig scharrt in der Berliner Wissenschaftsstadt Adlershof ein privat betriebenes Mieterstrommodell mit den Hufen. Auf den Dächern von drei Häusern sowie an einer Hausfassade des Bauherrn Newtonprojekt GbR in der Newtonstraße 12 wird eine Solaranlage errichtet, die ab Frühjahr nächsten Jahres 38 Wohnungen mit 80 Menschen sowie 17 Ladestellen für Elektroautos und E-Bikes mit Strom versorgt. Die Bauherren hoffen, dass der Mieterstrom 26% billiger ist als der des lokalen Grundversorgers.

Die Umsetzung des Mieterstromprojekts übernimmt der Ökoenergieversorger und Mieterstromdienstleister Polarstern.

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