Equistone übernimmt Bien-Zenker und Hanse Haus

Jedes fünfte genehmigte Ein- und Zweifamilienhaus war im vergangenen Jahr ein Fertighaus, meldet der Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) und spricht von einem Rekordwert. Das macht die Hersteller für Übernahmen interessant.
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Die Fertighausbauer Bien-Zenker und Hanse Haus gehören künftig Fonds des Eigenkapitalinvestors Equistone Partners Europa. Verkauft wurden die beiden Hersteller als Firmengruppe von der Münchner Beteiligungsgesellschaft Adcuram. Die bezeichnet die Gruppe, gemessen am Umsatz, als "Nummer zwei am deutschen Fertighausmarkt".

Für dieses Jahr erwartet Adcuram für die Gruppe mit den drei Marken Bien-Zenker, Hanse Haus und Living Haus einen Umsatz in Höhe von mehr als 300 Mio. Euro. Zuletzt veröffentlicht sind Zahlen fürs Jahr 2015, wonach Bien-Zenker 134,1 Mio. Euro Umsatz verbuchte und Hanse Haus 95,1 Mio. Euro erzielte. Zusammen also brachten es die Hersteller auf 229,2 Mio. Euro. Zum Vergleich: Der Branchenführer Deutsche Fertighaus Holding (DFH) mit den Marken Okal, massa haus, allkauf und Ein SteinHaus meldete fürs vergangene Jahr einen Umsatz in Höhe von 447 Mio. Euro, für dieses Jahr rechnet er mit mehr als 500 Mio. Euro.

Adcuram hatte im Jahr 2013 die Mehrheit an der börsennotierten Gesellschaft Bien-Zenker vom österreichischen Fertighausanbieter Elk gekauft, sich per Squeeze-out die weiteren Anteile angeeignet und das Unternehmen von der Börse genommen. Insgesamt, so meldete der Eigenkapitalinvestor damals, seien knapp 40 Mio. Euro für Bien-Zenker geflossen. Ende 2014 übernahm Adcuram zudem von der Bayerischen Hausbau Hanse Haus. Was Adcuram nun von Equistone verlangt, wurde nicht bekannt gegeben. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung will im Vorfeld des Verkaufs erfahren haben, dass es sich in etwa um eine "Viertelmilliarde Euro" handeln soll.

Equistone zufolge decken die beiden Hersteller die gesamte Bandbreite des Fertighausmarkts ab. Bien-Zenker mit Sitz in Schlüchtern (Hessen) sieht man vor allem im mittleren Preissegment. Die unter dem Dach von Bien-Zenker eigenständig agierende Marke Living Haus zielt mit dem Ausbauhaus-Konzept darunter angesiedelt. Hanse Haus mit Sitz in Oberleichtersbach (Bayern) produziert Equistone zufolge im mittleren und höheren Preissegment.

Equistone will "organisches Wachstum vorantreiben"

Die beiden Gesellschaften wurden bislang weitgehend getrennt geführt. Bien-Zenker trieb zuletzt die Fertigbautechnik voran. Mitte des Jahres meldete Adcuram, in Schlüchtern werde nun "erstmals in der deutschen Fertighausindustrie" ein Industrieroboter eingesetzt. Mit Equistone stehe nun ein Finanzpartner zur Seite, der die Begeisterung für Fertigbautechnik ebenso teile wie Adcuram, sagt nun Marco Hammer, Geschäftsführer von Hanse Haus. Equistone wolle künftig vor allem das organische Wachstum der Gruppe vorantreiben, erklärt Stefan Maser, Partner bei Equistone.

Der Abschluss der Transaktion wird fürs erste Quartal kommenden Jahres erwartet. Die Kartellbehörden müssen dem Verkauf noch zustimmen. Adcuram wurde von Alantra, P+P Pöllath + Partners sowie PwC beraten. Equistone wurde von Ernst & Young, Munich Strategy Group, Norton Rose Fulbright, GCA Altium, Latham & Watkins, Tauw und MRH Trowe unterstützt.

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