Hamburger Mietenspiegel legt um 5,2% zu

Kleine, gut ausgestattete Gründerzeitwohnungen sind deutlich teurer geworden. Hier ein Ensemble in Bahrenfeld.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Nach den Zahlen des Mietenspiegels 2017 liegen die Nettokaltmieten im frei finanzierten Wohnungsbestand in Hamburg bei 8,44 Euro/qm. Das sind 5,2% mehr als beim Mietenspiegel 2015. Überdurchschnittliches Mietwachstum gab es bei kleinen Wohnungen aus der Nachkriegszeit sowie bei Neubauwohnungen in guten Lagen. Schrumpfende Mieten gab es bei Wohnungen aus den 1980ern.

"Mieten und Verbraucherpreise haben sich seit 2007 deutlich auseinanderentwickelt", erklärt Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) bei der Vorstellung des Mietenspiegel 2017. Während sich die Verbraucherpreise in Deutschland seitdem um gut 14% erhöht haben, summiert sich der Mietenanstieg auf über 29%. Erfasst werden beim Mietenspiegel die Mieterhöhungen und Neuvermietungen aus dem Bestand von 539.000 frei finanzierten Mietwohnungen der letzten vier Jahre.

Gute Lagen im Mittel über 10 Euro/qm

Hierbei erhöhte sich die Nettokaltmiete im Mittel um 0,42 Euro/qm auf 8,44 Euro/qm - ein Plus von 5,2%. Überdurchschnittlich verteuerten sich die guten Lagen um über 7%, sodass Wohnungen in guter Lage im Mittel erstmals über 10 Euro/qm kosten. Seit 2015 ist der Anteil der Wohnungen in Hamburg mit einer Miete von unter 6,50 Euro/qm von 33,6% auf 22,7% gesunken. 53% der Wohnungen liegen bei einer Miete von unter 7,50 Euro/qm und zwei Drittel sind günstiger als 8,50 Euro/qm. "Es bleibt also unsere große Aufgabe, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen", betont Stapelfeldt und warnt davor, das Wohnungsbauprogramm des Senats mit dem Ziel jährlich 10.000 Wohnungen auf den Weg zu bringen, einschränken zu wollen.

Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) warnt davor, den Wohnungsbau zu beschränken. Das führe zu stärker steigenden Mieten.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Mietpreisbremse wird 2018 evaluiert

Dass die Mieten trotz der 16.000 Wohnungen, die 2015/2016 fertiggestellt wurden, weiter steigen, führt Stapelfeldt auf den starken Zuzug zurück, der den neuen Wohnraum eins zu eins absorbiert. Aufschluss über die Wirkung der Mietpreisbremse auf die Mietenentwicklung soll eine Evaluation bieten, deren Ergebnisse 2018 vorgestellt werden. "Die Mietpreisbremse bewirkt nichts", wiederholt Axel Wittlinger, Vorsitzender des IVD Nord, die Einschätzung der Wohnungswirtschaft. "Es wird immer an die solventesten vermietet, nicht an die Bedürftigen." Siegmund Chychla, Mieterverein Hamburg, hingegen fordert, die Umsetzung der Mietpreisbremse für die Vermieter verbindlicher zu machen.

Neue Wohnungen verteuern sich deutlich

Schrumpfende Mieten hingegen verzeichnen kleine Wohnungen in Gründerzeitbauten in normalen und guten Lagen. Durchweg sinkende Mieten wurden auch für die Altersklasse 1978 bis 1993 notiert.

Deutlich zulegen konnten die Mieten in kleinen Wohnungen der 1950er und 1960er Jahre in guter Lage mit Zuwächsen von rund 17% auf Durchschnittsmieten von 10 bis 11 Euro/qm. Die stärksten Sprünge wurden bei Neubauwohnungen (2011 bis 2016) in guter Wohnlage erfasst. Hier kletterten die Mieten um 14% bis 22%. Die teuersten Wohnungen finden sich mit knapp 16 Euro/qm in der Größenklasse ab 131 qm. In den kleineren Formaten werden um 14 Euro/qm verlangt.

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