Dr.-Peters-Chef Gehling baut verstärkt auf Immobilien

Dr.-Peters-Chef Anselm Gehling mag zwar Immobilien, aber nicht für Kaufpreisfaktor 20, 30 oder gar 45.
Quelle: Dr. Peters Group

Anselm Gehling, der Chef des Dortmunder Asset-Managers Dr. Peters, will in den nächsten drei, vier Jahren bis zu 350 Mio. Euro in deutsche Immobilien investieren. Damit würde der Bestand von zurzeit 255 Mio. Euro mehr als verdoppelt. Die Pläne dienen nicht nur dazu, an die große alte Tradition mit geschlossenen Publikumsfonds anzuknüpfen, sondern auch Immobilien für institutionelle Investoren zu orten und zu erwerben. Die können aus Deutschland sein, aus Großbritannien oder Südkorea.

Unsere südkoreanischen Geschäftspartner kommen aus einer Welt, in der für Bürohäuser Einkaufsfaktoren von 30 bis 45 gezahlt werden müssen", erzählt Gehling, der seit 2012 die Geschäfte von Dr. Peters führt. Faktor 45, das entspricht einer Ankaufrendite von 2,2%. Daran gemessen geht es in Deutschland trotz der vielerorts massiv gestiegenen Preise noch billig zu. Solche Faktoren kämen für ihn selber nicht in Betracht, sagt der CEO. Zwar will er das 2007 zum Erliegen gekommene Neugeschäft mit Immobilien wiederbeleben, "aber wir kaufen keine Immobilien, die bei drei nicht auf dem Baum sind". Soll heißen: Fabelpreise akzeptiert er nicht.

Bei Hotelimmobilien liegt das absolute Limit für ihn bei Faktor 18, für Nahversorgungszentren geht er bis maximal 16. Pflegeheime, mit denen sich die Westfalen von alters her auskennen, hält er allenfalls im ländlichen Raum für finanzierbar. Im Moment konzentriert sich Gehling im Immobiliengeschäft auf Hotels. Mittlerweile hat das seit 1975 aktive Unternehmen Dr. Peters 21 solcher Immobilien in Fonds verpackt.

Investoren aus Südkorea interessieren sich für Hotels mit Pachtvertrag

Bei den Plänen, wieder verstärkt in Immobilien zu investieren, könnten just die Geschäftsbeziehungen nach Südkorea behilflich sein, die in all den Jahren über die Vehikel für Schiffe und Flugzeuge entstanden waren. Neuerdings bekunden diese Geschäftspartner, zumeist Versicherungen und Pensionskassen, Interesse an Investitionen in deutsche Immobilien. Offenbar hat es sich bis nach Seoul herumgesprochen, dass Deutschland seit geraumer Zeit als besonders stabiler Immobilienmarkt gilt. Gut für mögliche Geldgeber aus der ostasiatischen Power-Ökonomie: In Deutschland geht es etwas billiger als zu Hause.

"Unser Job ist es, den Geschäftspartnern zu erklären, dass wir in Deutschland derzeit einen Verkäufermarkt haben", sagt Gehling. "Da kann man nicht sechs Monate verhandeln." Sollte es trotz - oder wegen - dieses Hinweises, auf dem deutschen Immobilienmarkt auf Zack sein zu müssen, wenn man zum Zuge kommen will, zu Deals mit südkoreanischen Investoren kommen, geht Gehling von Immobilientickets von "mindestens 70 Mio. Euro, eher 150 Mio. Euro" aus. Die Gesprächspartner aus Fernost interessierten sich unter anderem für Hotels, die auf Pachtvertragsbasis betrieben werden.

Lesen Sie mehr über die Immobilienpläne von Dr. Peters, über neue Fonds und über die Attraktivität von Fachmarktzentren und Pflegeheimen in der am morgigen Donnerstag erscheinenden Ausgabe 49/17 der Immobilien Zeitung.

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