Baukonjunktur 2017 etwas stärker als erwartet

Die Investitionsbereitschaft freut die Bauwirtschaft. Sie setzt ihre Umsatzprognose für dieses Jahr nach oben. Im neuen Jahr wird das Wachstum dagegen voraussichtlich wieder etwas schwächer ausfallen.

Die gute Botschaft verkündete Karl-Heinz Schneider, Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft (BVB). Im Frühjahr seien die Betriebe "noch von einem Wachstum von 2,8% ausgegangen, wir rechnen nun mit einer Steigerung um 3,3%." Dies würde einem Umsatz von 315,5 Mrd. Euro und einem Plus von gut 10 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahr entsprechen. 2016 hatten die vom BVB mittlerweile repräsentierten 385.000 kleinen und mittleren Betriebe erstmals die 300 Mrd. Euro-Umsatzgrenze geknackt und - einschließlich der beiden im Jahr 2017 neu aufgenommenen Verbände - 305,4 Mrd. Euro umgesetzt.

Der Wohnungsbau trägt das Geschäft. Neubauten seien stark nachgefragt, steigende Einkommen und gut laufende Konjunktur hielten die Investitionen auf hohem Niveau, so Schneider. Im Bestand profitieren vor allem die Ausbauer von der Ausgabenfreude privater Eigentümer sowie hohem Sanierungs- und Renovierungsbedarf. Obenan stehen Heizung, Sanitär, Klima und Elektro. Auch das Geld, das der Bund in Straßen und Schienen steckt, sorgt für eine gute Auslastung der Baubetriebe.

Allerdings gehen den Firmen langsam die Mitarbeiter aus, die die Aufträge erledigen sollen. Zwar planen die Firmen Neueinstellungen, aber "in weiten Teilen haben wir mit einem Engpass zu kämpfen", stellte Schneider fest.

Wohnungsbau noch vorne, Büro und Gewerbe holen auf

Für das kommende Jahr bleibt der BVB verhalten optimistisch. Das Wachstum werde sich verlangsamen und bei 2,6% auskommen, prognostizierte Schneider auf dem Wirtschaftstag seines Verbands. Die Einschätzung passt zur Vorausschau der Sozialkassen der Bauwirtschaft (Soka-Bau). Sie beobachten ein leicht sinkendes Auftragsvolumen und weniger Baugenehmigungen; beide gelten als baukonjunkturelle Frühindikatoren. Inbesondere die Genehmigungszahlen im Wohnungsbau schwächeln dem aktuellen Soka-Bau-Bericht zufolge. Eine zu erwartende stärkere Bautätigkeit bei Büros und Gewerbe könnte dies ausgleichen.

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