Offener Crosslane-Fonds mit Anlaufschwierigkeiten

Im Januar startete der britische Spezialist für Studentenwohnungen Crosslane seinen ersten deutschen offenen Publikumsfonds. Doch das Interesse der Anleger fiel überschaubar aus. Bis heute, elf Monate später, sind erst knapp 5 Mio. Euro zusammengekommen. Aber Crosslane gibt nicht auf.

"Wir haben die Wirkung falsch eingeschätzt, die der Start eines Fonds in Form eines Blind Pools bei den Investoren hat", erklärt Charlie Pogson, Marketing Director bei Crosslane. "Vermutlich hätte es mehr Nachfrage gegeben, wenn wir mit einem Objekt im Bestand gestartet wären, das von Anfang an Erträge bringt." Man sei sich bewusst, dass Studentenwohnungen in Deutschland noch keine vollständig etablierte Assetklasse seien, und sei darauf vorbereitet gewesen, dass das Produkt seine Zeit brauchen werde, um in Schwung zu kommen.

Milliardenumsatz erwartet

Andere Investoren sind in Deutschland mit Studentenwohnungen allerdings bereits gut im Geschäft. Savills rechnet damit, dass dieses Jahr am deutschen Transaktionsmarkt mit dieser Nutzungsform erstmals die Milliardenschwelle durchbrochen wird. Themenbezogene Spezialfonds wie die von Bouwfonds, Corestate oder International Campus sind gut gefüllt.

Doch der bislang flaue Vertriebserfolg in Deutschland schreckt die Briten nicht. Mit den eingesammelten 5 Mio. Euro sei man in der Lage, eine erste Transaktion zu prüfen, sagt Pogson. Es gebe eine "gesunde Ankaufspipeline" und knapp 100 Vertriebspartner, die für eine deutliche Erhöhung des Fondsvermögens sorgen würden, "sobald in naher Zukunft das Blind-Pool-Thema gelöst wird". Sobald das erste Objekt gekauft sei, werde die Mehrheit ihrer Kunden einsteigen. Auch in der Vertriebskoordination in Deutschland werde sich nichts ändern, die liegt weiterhin bei Horizon Capital in Mannheim.

Tempo soll anziehen

2018 will Crosslane das Tempo deutlich anziehen. Das Fondsvermögen soll auf 80 Mio. bis 100 Mio. Euro anwachsen; im Fokus stehen insbesondere München, Heidelberg, Berlin, Tübingen, Frankfurt am Main, Osnabrück und Dresden; gesucht werden moderne Objekte in der Größenordnung von 150 bis 400 Betten.

Gestartet war der Crosslane Student Real Estate Fund Anfang des Jahres mit einer monatlichen Anteilswertberechnung (branchenüblich ist die tägliche Berechnung). Inzwischen erfolgt sie, ebenso wie die Anteilsausgabe, wöchentlich. Fonds-Profis vermuteten darin ein mögliches Vertriebshindernis, da dieser Rhythmus nicht zu den Systemen der meisten depotführenden Banken passt. Doch Crosslane widerspricht: Das sei weder für Vertrieb noch Investoren ein Thema gewesen.

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