Mietstreitigkeiten seltener vor Gericht

Die Zahl der Mietrechtsverfahren ist deutlich gesunken.
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Vermieter und Mieter streiten seltener vor Gericht. Die Zahl der Prozesse sank 2016 auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung.

Rund 246.600 Mietrechtsverfahren zählte das Statistische Bundesamt. Das ist gut ein Drittel weniger als noch 1990. Damals wurden allein für Westdeutschland 242.000 Prozesse registriert. Seitdem sinkt die Zahl stetig. Mietpreisbremse, Schönheitsreparaturen, Bestellerprinzip und Wohnungsmangel zum Trotz.

Der Deutsche Mieterbund (DMB) hat die Sache analysiert und kommt zu dem Schluss, dass sich sowohl seine Klientel als auch Vermieter besser beraten lassen, bevor sie vor Gericht klagen. Die Mieterlobby attestiert der von den jeweiligen Verbänden angebotenen außergerichtlichen Prozessberatung eine höhere Professionaliserung. Das bildeten die Zahlen ebenso ab wie die Tendenz, sich lieber zu vergleichen als ein Gerichtsverfahren anzustreben, dessen Ausgang ungewiss ist. Vor den Amtsgerichten endete 2016 jedes fünfte Mietverfahren mit einem Vergleich.

Wenn gestritten wird, dann vielfach um Mieterhöhungen. Sie sind mittlerweile der dritthäufigste Grund für Klagen. Auf den Bereich entfielen rund 17% der Verfahren. Das sind gut drei Prozentpunkte mehr als im Vergleichsjahr 2015 und der größte Zuwachs unter insgesamt zehn Klagegründen, die der DMB auflistet. Spitzenreiter bleiben Krach um Mietverträge (27%) und Betriebskosten (21%), beide jeweils mit rückläufiger Tendenz.

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