Patrizia GrundInvest setzt auf Dresden, Garmisch und Mülheim

Das Projekt Quartier Schlossstraße in Mülheim wird in einen geschlossenen Publikums-AIF von Patrizia GrundInvest eingebracht.
Quelle: AIP Planungs GmbH

Wer sich das Geschäft von Patrizia GrundInvest mit geschlossenen Publikums-AIF anschaut, könnte meinen, bei der Beteiligungsbranche sei alles in Butter. Während es um viele frühere Emissionshäuser unverändert ruhig ist, sammelte die Patrizia-Tochter bei privaten und semiprofessionellen Anlegern seit Anfang 2016 mehr als 200 Mio. Euro Eigenkapital ein. Mittlerweile ist der siebte Fonds in Vorbereitung. Er soll 4,5% im Jahr ausschütten - eine im Niedrigzinszeitalter üblich gewordene Größenordnung.

Mit Fonds Nummer sieben eröffnen Andreas Heibrock und Joachim Fritz, die beiden Geschäftsführer von Patrizia GrundInvest, die geplante Serie von Regionalfonds. Konkret geht es bei dem ersten Produkt dieser Gattung um das Wohn- und Geschäftsgebäude Klammstraße 7 in Garmisch-Partenkirchen. Es wurde für knapp 18 Mio. Euro (Kaufpreisfaktor 17,7) erworben und wird in einen Publikums-AIF eingebracht, der noch im ersten Halbjahr 2018 in den Vertrieb gehen soll. Das Fondsvolumen wird bei etwa 24 Mio. Euro liegen, das einzusammelnde Eigenkapital beläuft sich auf rund 12 Mio. Euro.

Das Garmisch-Angebot in spe mag zwar nicht sonderlich groß sein, aber es illustriert beispielhaft, wie es die Patrizia-Tochter anstellt, laufend geschlossene AIF ins Angebot und auch vertrieben zu bekommen. "Wir werden den Fonds primär bei regionalen Partnern vermarkten", erklärt Vertriebsmann Heibrock. Das heißt, er wird vor allem in Oberbayern und Umgebung bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken Klinken putzen gehen. Mit einem Vor-Ort-Objekt "zum Anfassen", wie er sagt, glaubt er, dortige Vertriebsleute für solch einen AIF erwärmen zu können. Mit irgendwelchen Portfoliofonds brauche er denen nicht zu kommen.

Wohnungen in Dresden sollen 4% bringen

Sodann nehmen die Augsburger dieses Jahr den Fonds mit dem Projekt Quartier Schlossstraße (Stadtmitte Mülheim/Ruhr) in den Vertrieb. Hier geht es um ein Eigenkapitalvolumen von 41,5 Mio. Euro (plus Agio). Der zu einem Kaufpreisfaktor von 17,5 erworbene Komplex direkt am Mülheimer Rathaus, der einen Mix aus Büro-, Handels-, Wohn-, Park- und Hotelflächen umfasst, soll 4,5% p.a. Ausschüttung bringen.

Noch ganz frisch ist der Ankauf einer Wohnungsprojektentwicklung am Altmarkt in der Dresdner City, die 2019 in einen Publikums-AIF eingebracht werden soll. Für das gut 20fache investiert Patrizia GrundInvest hier rund 50 Mio. Euro. An dem Standort sollen mehr als 170 Zwei- und Dreizimmerwohnungen entstehen, und zwar standardmäßig barrierefrei. An diesem Beispiel lässt sich ablesen, warum die Publikumsfondssparte der Augsburger derzeit funktioniert: Patrizia GrundInvest kann mit dem Pfund der großen Mutter Patrizia wuchern und bekommt bei Banken Konditionen, die zwar nicht beziffert werden, aber als beispiellos günstig gelten. Auf dieser Grundlage ist es offenbar möglich, nicht nur in Den Haag und Kopenhagen, sondern auch in einer deutschen Stadt Wohnungen zu erwerben, die publikumsfondsfähig sind. 4% p.a. soll der Fonds bringen.

Für 2018 setzen sich die beiden Chefs zum Ziel, möglichst wieder ungefähr so viel Eigenkapital platziert zu bekommen wie die 132 Mio. Euro des Vorjahres. „Wenn wir bis zum dritten Quartal genug Produkte stehen haben", so Heibrock, „müsste ein dreistelliger Millionen-Euro-Betrag klappen."

Lesen Sie mehr zum Geschäft von Patrizia GrundInvest in der am morgigen Donnerstag erscheinenden Ausgabe 3/2018 der Immobilien Zeitung.

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