"Keine EU-weite Sanierungspflicht für Sozialwohnungen!"

Der Deutsche Mieterbund und der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen warnen vor einer EU-weiten Verpflichtung zur Sanierung von öffentlich geförderten Wohnungen. Hintergrund ist eine Abstimmung im EU-Parlament über eine Änderung der entsprechenden Energieeffizienzrichtlinien. Der Änderungsantrag sieht vor, dass in Gebäuden von Ländern, Kommunen und für Sozialwohnungen eine Sanierungsrate von 3% pro Jahr verpflichtend wird. Bislang galt das lediglich für Gebäude von Zentralregierungen.

Werde das Gesetz verabschiedet, sagt GdW-Präsident Axel Gedaschko, werden Mietpreissteigerungen von monatlich zwei Euro/qm unausweichlich. Bei Investitionskosten von etwa 30.000 Euro pro Einheit käme auf die Wohnungswirtschaft eine Mehrbelastung von 1,38 Mrd. Euro pro Jahr zu. Lukas Siebenkotten, Direktor des Deutschen Mieterbunds, hält grundsätzlich Maßnahmen zugunsten der Energieeffizienz für sinnvoll. Allerdings: "Wenn die EU verpflichtende Sanierungsvorgaben von 3% jährlich macht, muss die Politik dafür sorgen, dass das Delta der fehlenden Wirtschaftlichkeit für den Mieter ausgeglichen wird. Davon ist aber nichts zu hören."

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