Geschlossene Publikums-AIF: 2017 noch unbedeutender als 2016

Das Geschäft mit geschlossenen Publikums-AIF kommt nach Zahlen der Ratingagentur Scope weiterhin nicht recht in die Puschen. Zwar genehmigte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im vergangenen Jahr mehr Produkte als 2016, aber sie brachten zusammen deutlich weniger Eigenkapitalvolumen auf die Waage.

Scope zählte im vergangenen Jahr 29 von der BaFin zum Vertrieb zugelassene Publikums-AIF. Das waren drei mehr als 2016, aber das Eigenkapitalvolumen aller neuen Fonds zusammen schrumpfte von 1,08 Mrd. auf 705 Mio. Euro. Aus der Sicht von Immobilieninteressierten ist von Relevanz, dass das meiste Emissionsvolumen weiterhin auf die Kategorie Immobilien entfällt. Kamen die 2016 zugelassenen Immobilien-AIF auf 860 Mio. Euro, lag bei ihnen im vergangenen Jahr mit 503 Mio. Euro ebenfalls der Schwerpunkt. Deutsche Immobilien hatten mit zwei Dritteln im Immobiliensegment den weitaus größten Anteil. Neben Immobilien entfällt der Rest auf Angebote aus den Sektoren Flugzeuge, Erneuerbare Energien, Private Equity und Infrastruktur.

Scope liefert folgende Erklärungen für das Minus beim Emissionsvolumen. Es habe ein großvolumiger neuer Fonds gefehlt, der vom Kaliber des 2016 emittierten Jamestown 30 gewesen wäre. Dieser war unlängst beim Stand von 572 Mio. USD Eigenkapital geschlossen worden. Zweitens sei die Konkurrenz auf den Immobilienmärkten so groß, dass die Preise für attraktiv rentierende geschlossene Publikums-AIF zu hoch seien. Und schließlich stellten die Vertriebe nach wie vor eine Engstelle dar. Hier spielten unter anderem die infolge von Regulierungen umfangreich gewordenen Dokumentations- und Beratungspflichten eine wichtige Rolle.

Vermögensanlagen ziehen beim Volumen an geschlossenen Publikums-AIF vorbei

Noch ein Blick auf die weniger stark regulierten Vermögensanlagen. Hier genehmigte die BaFin im vergangenen Jahr 73 Produkte (2016: 65) mit einem zu platzierenden Eigenkapital von 1,09 Mrd. Euro (2016: 901 Mio. Euro). Von den 73 Produkten waren 30 Unternehmensbeteiligungen, 19 Direktinvestments, 17 Nachrangdarlehen, vier Genussrechte, zwei Namensschuldverschreibungen und eines ein partiarisches Darlehen.

Scope geht trotz des Minus bei regulierten AIF und dem Zuwachs bei den weniger regulierten Vermögensanlagen unverändert davon aus, dass sich geschlossene Publikums-AIF langfristig auf dem Markt durchsetzen werden. Das Regulierungsgefälle in Richtung der Vermögensanlagen nehme ab. Auf längere Sicht werde sich das höhere Transparenz- und Schutzniveau von Publikums-AIF als schlagendes Argument erweisen.

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