Offener Swiss-Life-Fonds hat erste Kleinanleger

Der offene Publikumsfonds Swiss Life Living + Working ist der jüngste der Branche, aber beileibe nicht der kleinste. Das Immobilienvermögen hat die 200-Mio.-Euro-Grenze überschritten - nicht mehr nur allein dank des Startkapitals der Mutter.

Gestartet war der Vertrieb des neuen offenen Publikumsfonds Swiss Life Living + Working im Juli 2017. Bis heute hat der Fonds Immobilien bzw. Projekte mit einem Gesamtverkehrswert von 203,2 Mio. Euro erworben. Das entspricht ziemlich genau den 200 Mio. Euro, die die Muttergesellschaft Swiss Life Investment dem Fonds als Startkapital zur Verfügung gestellt hatte.

"Wir wollten erst einmal ein Portfolio aufbauen, mit dem wir beweisen können, dass wir unsere Investitionsstrategie auch umsetzen können", erklärt Christine Bernhofer, Geschäftsführerin der Swiss Life KVG auf dem Immobilienfondskongress des Bewerterverbands BIIS, die Anschubfinanzierung. Swiss Life werde das Geld langfristig im Fonds investiert halten.

Finanzkrise hemmte den Vertrieb

Inzwischen ist aber auch der externe Vertrieb des Fonds angelaufen. Dass das klappt, ist keine Selbstverständlichkeit: Seit der Finanzkrise stellt der Verkauf offener Publikumsfonds an Kleinanleger für alle Anbieter, die nicht den großen Banken und Verbünden angehören, eine Herausforderung dar. Viele Vertriebe hatten nach der Schließungs- und Abwicklungswelle bei offenen Fonds kein Interesse mehr an dem Produkt.

So brauchte die Fondsgesellschaft Kanam, die als erste nach der Finanzkrise wieder einen offenen Publikumsfonds auflegte, ganze viereinhalb Jahre, um ein Immobilienvermögen auf Höhe des Swiss-Life-Fonds aufzubauen. Und der bereits im Januar 2017 gestartete offene Crosslane-Publikumsfonds für Studentenwohnungen brachte es bis heute nur auf ein Vermögen von 5,1 Mio. Euro.

"Die ersten Millionen von Kleinanlegern sind bereits eingegangen, insbesondere von konzerneigenen Vertrieben", so Swiss Life auf Anfrage. Der Konzernvertrieb Swiss Life Select entstand 2007 durch die Übernahme der AWD-Gruppe. In den vergangenen Wochen habe sich das Fondsvertriebsnetz durch einige Sparkassen erweitert, und auch bei den freien Vertrieben (nach § 34 f) nehme der Absatz des Fonds derzeit weiter zu, heißt es.

Swiss Life ist zufrieden

"Wir konnten von Beginn an auf die Gunst der Anleger und Finanzberater setzen, wobei Letztere im ersten Kontakt fast noch wichtiger sind als die Anleger, denn Fonds werden nach wie vor verkauft und nicht gekauft. Nach vielen Gesprächen mit Vertriebspartnern und Anlageexperten vor Ort können wir sagen, dass wir mit unserem Produkt genau zur richtigen Zeit und mit dem richtigen Fokus an den Start gegangen sind", freut sich Bernhofer.

Genaue Zahlen zu den aktuellen Mittelzuflüssen des Swiss Life Living + Working sind allerdings nicht öffentlich einsehbar. An der Investmentstatistik des Fondsverbands BVI beteiligt sich das Unternehmen nämlich nicht.

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