Rekordeinnahmen der Länder bei der Grunderwerbsteuer

Auch wegen der hohen Grunderwerbsteuersätze wird der Ankauf eines Eigenheims für Normalverdiener fast unmöglich.
Quelle: pixelio.de, Urheber: Thorben Wengert

Die Einnahmen der Länder durch die Grunderwerbsteuer sind 2017 auf einen neuen Rekordwert von 13,14 Mrd. Euro geklettert. Das ist laut Bundesfinanzministerium ein Anstieg um fast 6% im Vergleich zum Vorjahr. Innerhalb der vergangenen sechs Jahren haben sich die Einnahmen aus dieser Steuer damit mehr als verdoppelt.

Andreas Ibel, Präsident des BFW Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, warnt angesichts der Einnahmenflut: Das im Sondierungspapier festgehaltene Vorhaben von Union und SPD, den Erwerb von Wohneigentum zu fördern, werde "durch den Erhöhungswettlauf bei der Grunderwerbsteuer schon vornherein ad absurdum geführt".

Im vorläufigen Ergebnispapier der Sondierung war zudem noch diese Passage enthalten gewesen: "Wir werden nach einer verfassungsrechtlichen Prüfung durch geeignete Rahmengesetzgebung des Bundes den Ländern die Einräumung von Grunderwerbsteuerfreibeträgen ermöglichen." Diese ist aber dann von den Parteien auf den letzten Drücker wieder gestrichen worden.

"Angemessen wären 2% bis 3%"

Ibel hofft, dass die Steuer, und zwar in erster Linie der Steuersatz, in den heute startenden Koalitionsgesprächen wieder Thema wird. "Angesichts des riesigen Mangels an bezahlbarem Wohnraum kann es nicht sein, dass Länder und Kommunen versuchen, über immer höhere Grunderwerbsteuern ihre Haushaltslöcher zu schließen." Ibel hält einen Satz von 2% bis maximal 3% für die Steuer, die bei jeglichem Immobilienkauf anfällt, für angemessen.

Ein Satz von 3,5% gilt in Bayern und Sachsen. In Hamburg sind es 4%, in Baden-Württemberg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz sowie Sachsen-Anhalt 5%. Berlin und Hessen verlangen 6%, das Saarland, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Thüringen erheben den Spitzensatz von 6,5%. Inklusive der Notarkosten von 2% und Maklergebühren von bis zu 7,14% summiert sich dort der Anteil der Nebenerwerbskosten auf bis zu 15,6%. Bei einem 400.000-Euro-Objekt entspricht dies einer Summe von 62.560 Euro.

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