Metro-Chef sieht Tarifeinigung als Grundlage für real-Umbau

Metro-Chef Olaf Koch drängt auf eine Einigung mit der Gewerkschaft ver.di.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Der Handelsriese Metro konzentriert sich derzeit stark aufs Auslandsgeschäft sowie den E-Commerce. Das Tempo, mit dem die deutschen real-Märkte erneuert werden, hängt laut Konzernchef Olaf Koch vor allem davon ab, wann eine Einigung mit der Gewerkschaft ver.di gelingt.

Die Konzernaufspaltung scheint der Lebensmittelriese gut verdaut zu haben, der Umsatz von 10,1 Mrd. Euro im ersten Quartal, das zum 31. Januar endete, entsprach einem flächenbereinigten Plus von 0,8%. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag mit 608 Mio. Euro exakt auf dem Niveau des Vorjahres. Diesmal fielen allerdings keine Gewinne aus Immobilientranskationen an, dafür jedoch auch kein Restrukturierungsaufwand.

Rund zwei Drittel des Umsatzes erzielt der Groß- und Einzelhandelskonzern mittlerweile im Ausland. Besonders in Russland sieht Metro-Chef Olaf Koch noch großes Potenzial, hier soll unter anderem das Franchisekonzept mit lokalen Einzelhändlern ausgebaut werden.

Neugestaltung der real-Märkte verzögert sich

Die Revitalisierung der derzeit 281 deutschen SB-Warenhäuser der Marke real geht Metro nur schrittweise an, die Investitionen waren mit 10 Mio. Euro im ersten Quartal sogar geringer als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (13 Mio. Euro). Den real-Markt in der Horchstraße 120 in Aschaffenburg hatte das Unternehmen Ende 2017 komplett geschlossen, er soll im Frühjahr 2019 als Neubau wiedereröffnet werden.

Nachdem das neue Flagship-Konzept unter dem Namen Foodlover seit 2016 am Standort Krefeld erfolgreich getestet wurde, wird seit Januar der real-Markt in Braunschweig entsprechend umgebaut, im Oktober 2018 soll er fertig sein. "Als weiteren Foodlover-Standort haben wir Bielefeld im Blick", ergänzte Koch.

Nur ein Teil der real-Märkte wird allerdings das komplette Markthallenkonzept übernehmen, die übrigen Standorte werden mit einzelnen Modulen daraus modernisiert. Bei neun Märkten ist das bereits der Fall, Koch ist mit der Wirkung zufrieden: "In den Wochen nach dem Umbau haben wir im Food-Bereich ein Umsatzplus von 1,5% im Vergleich zu den sonstigen Märkten verzeichnet."

Koch sieht Haustarifvertrag als Voraussetzung für erfolgreichen real-Umbau

Das Tempo der weiteren real-Modernisierung macht der Konzernchef jedoch von einer erfolgreichen Einigung mit der Gewerkschaft ver.di abhängig, da die neuen real-Märkte mitarbeiterintensiver sind und das Lohnniveau der real-Mitarbeiter bisher über dem der Konkurrenz liegt. "Wir brauchen die Lösung aus dem Zukunftstarifvertrag, um mehr real-Standorte umzustellen", erläuterte Koch und fügte hinzu: "Wir kommen nun in eine heiße Phase der Verhandlungen mit ver.di."

Trotz negativer Kalendereffekte fiel der flächenbereinigte Umsatz von real im ersten Quartal so hoch aus wie im Vorjahr, absolut waren das gut 2 Mrd. Euro. Starkes Wachstum gab es jedoch im Online-Geschäft: Das legte bei real um rund 45% zu, der Anteil am Gesamtumsatz der Sparte liegt damit bei 2%. Auch in Zukunft soll die starke Verbindung von Online- und Offline-Geschäft die Kunden anlocken.

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