Bauherrenpreise für pfiffige Wohnbau-Ideen

Vom Nachverdichtungswürfel über die sinnvoll bebaute Industriebrache bis zur Wohnlösung für den ländlichen Raum: Der Deutsche Bauherrenpreis 2018 setzt gezielt auf möglichst große Vielfalt unter den Preisträgern.

Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), der Bund Deutscher Architekten (BDA) und der Deutsche Städtetag haben ihren gemeinsam ausgelobten Deutschen Bauherrenpreis neu aufgestellt: Erstmals wurde der seit 1986 ausgelobte Preis nicht nach Neubauten und Modernisierungen kategorisiert, sondern in elf Themenfeldern vergeben. "Damit war es besser als bisher möglich, der Komplexität und Vielfalt der eingereichten Projekte gerecht zu werden", sagte BDA-Präsident und Juryvorsitzender Heiner Farwick. Zwölf der 33 nominierten Projekte erhielten Auszeichnungen.

Die Preisträger der einzelnen Kategorien:

Revitalisierung von Wohnsiedlungen: Die Bremerhavener städtische Wohnungsgesellschaft baute für ihr Projekt Living Streets mit dem Architekten Hans-Joachim Ewert eine einfache Wohnanlage aus den 1950er Jahren zu einem altersgerechten Wohnquartier um. Besonderes gestaltendes und verbindendes Element sind dabei Laubengänge.

Umnutzung für das Wohnen: Bauwert CA Grafenberger Allee gestaltete mit Konrath und Wennemar Architekten Ingenieure einen runden Bürokomplex in Düsseldorf zum Wohnquartier Living Circle um.

Bauen in schwierigen Lagen: Die Wohnungsbau- und Sanierungsgesellschaft der Stadt Rosenheim wagte sich gemeinsam mit bogevischs buero architekten & stadtplaner an die Entwicklung von familienfreundlichem Wohnen mit ruhigem Innenhof an der Finsterwalder Straße heran. Die besondere Herausforderung war die große Lärmbelastung in dieser innerstädtischen Lage.

Bauen in Gemeinschaft: Die Berliner Bauherrengemeinschaft Ausbauhaus Neukölln verwirklichte mit Praeger Richter Architekten den flexiblen und individuellen Innenausbau eines Rohbaus in Eigenregie der Nutzer.

Stadtreparatur durch Wohnungsbau: Die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mit Herwarth Architekten und ARP ArchitektenPartnerschaft wandelte eine innerstädtische Brachfläche zur Neuen Ortsmitte Botnang mit vielfältigen Dienstleistungsangeboten und Begegnungsflächen um.

Neue Wohngebiete: jenawohnen gab ihrem Projekt mit Junk & Reich Architekten auf den Jenaer Friedensberg-Terrassen den Namen Wohnen mit Weitblick. Herausforderungen waren dabei die exponierte Hanglage und die Bedienung sehr unterschiedlicher Wohnansprüche.

Weiterbau von Quartieren: Die Hallesche Wohnungsgenossenschaft Freiheit hat mit Brambach & Dressler Architekten im Hallenser Königsviertel eine Brache neu bebaut und dabei besonderes Augenmerk auf die Einfügung in ein Gründerzeitviertel sowie Impulse für dessen weitere Belebung gelegt.

Bauen für Nachbarschaften: Der Preis ging an die Münchner Genossenschaft Wogeno, die mit den Architekten Funk WA 10 Zwingel Dilg Färbinger Rossmy im Münchner Quartier Domagk Park einen Neubau entwickelt hat, der neben Angeboten für die Bewohner auch Infrastrukturen für die Nachbarschaft bereitstellt.

Konversion durch neue Quartiere: GAG Immobilien hat mit seinem Projekt Grüner Weg in Köln-Ehrenfeld mit Astoc Architects and Planners, Molestina Architekten und Lorber Paul Architekten eine problematische Industriebrache zum Quartier mit Wohnungen und Gewerbe umgewandelt.

Kleine Wohnanlagen: Mit dem Projekt NeckarFair entwickelten die Wohnungsbaugesellschaft Villingen-Schwenningen und das Architekturbüro Johannes Martin eine kostengünstige Wohnanlage, bei der in einem geringen Bauvolumen auch soziale Einrichtungen ihren Platz fanden.

Serielles und modulares Bauen: In dieser Kategorie wurden zwei Preise vergeben. Das Münchner Projekt Wohnen über dem öffentlichen Parkplatz am Dantebad von Gewofag und Florian Nagler Architekt stellt eine Lösung für einen ungewöhnlichen Bauplatz dar, das noch dazu dank Vorfertigung kostengünstig und schnell realisiert wurde. Zweiter Preisträger ist der Bremer Punkt der Gewoba mit LIN Architekten Urbanisten. Dabei handelt es sich um einen würfelförmigen Bautyp, der als serielle Bauform speziell für die Verdichtung von Siedlungen der 1950er und 1960er Jahre gedacht ist.

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