Berlin: Deutsche Wohnen kann 580 Wohnungen bauen

Nun hat's die Deutsche Wohnen schriftlich: Sie darf 200 Wohnungen abreißen, um 580 neue zu bauen.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Gerda Gericke

Nach fünf langen Jahren Verhandlung darf die börsennotierte Deutsche Wohnen 200 Wohnungen im Berliner Stadtteil Charlottenburg abreißen, um 580 neue Einheiten zu bauen. Das haben der Bauherr und der zuständige Bezirksstadtrat am Dienstagmittag in einem städtebaulichen Vertrag besiegelt.

Ein städtebaulicher Vertrag regelt bei der Aufstellung eines Bebauungsplans Rechte und Pflichten von öffentlicher Hand sowie des privaten Bauherrn. Bei einem der größten Mietwohnungsneubauprojekten im Westend in direkter Nähe zu Olympiastadion, Waldbühne und Grunewald war das größte Problem der Umgang mit den Bestandsmietern, die sich heftig gegen den Abriss ihrer Wohnungen wehrten, erklärten die Vertragspartner. Ihnen versprach der Bauherr nicht nur Umzugshilfen, sondern auch gedeckelte Mieten von 9 Euro/qm bzw. maximal 30% des Haushaltsnettoeinkommens. Derzeit liegen die Mieten hier im Schnitt bei 7 Euro/qm.

Die Hälfte der Wohnungen unterliegt einer Bindung

Ein weiteres Kernelement der Vereinbarung ergibt sich aus den Vorgaben des Berliner Modells der Kooperativen Baulandentwicklung, welche in den Vertrag einfließen. Dazu gehören Mietpreis- und Belegungsbindungen gemäß den Wohnungsbauförderungsbestimmungen des Landes Berlin. "25% der Wohnungen werden mietpreisgebunden errichtet", erklärt Oliver Schruoffenegger (Bündnis 90/ Die Grünen), Baustadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf. Daneben übernimmt die Deutsche Wohnen weitere Leistungen wie den Bau einer Kita und die infrastrukturelle Erschließung des neuen Quartiers.

In der Summe seien damit rund die Hälfte der Wohnungen in irgendeiner Weise in der Bindung, sagt die Sprecherin des Konzerns, Manuela Damianakis. Gemeint sind die Vergünstigungen für die 186 Altmieter plus die zugesagten Sozialwohnungen.

Fußabdruck der bestehenden Siedlung bleibt

Gebaut wird nördlich der Heerstraße im Bereich Dickensweg. Die Bauherrin verspricht, "die neue Siedlung auf dem Fußabdruck der bestehenden aufzubauen und den Ensemblecharakter und den schützenswerten Baumbestand zu erhalten".

Die Siedlung wurde in den 1950er Jahren in einfacher Bauweise errichtet und diente Angehörigen der britischen Streitkräfte als temporäre Unterkunft. Seit 2007 hat die Deutsche Wohnen das Quartier in ihrem Bestand. Aufgrund des Bauzustands entschied man sich für den Neubau. Dazu wurde ein zweistufiger Architekturwettbewerb durchgeführt, den das dänische Architekturbüro tegnestuen vandkunsten für sich entschied. Nach der heutigen Vertragsunterzeichnung rechnet das Unternehmen mit einem Baustart Ende 2019. Der letzte Bauabschnitt könnte 2025 abgeschlossen sein.

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