Mittelhessen kommt bei der Wohnraumförderung zu kurz

Die Nachfrage nach Wohnraum ist in mittelhessischen Städten wie Wetzlar hoch.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Lars Wiederhold

Die wohnungspolitische Förderung kommt in der Region nicht an, klagen unisono dort beheimatete Wohnungsgesellschaften. Bestehende Fördermittel seien zu stark auf die großen Städte in Südhessen zugeschnitten. Dabei plagt auch Gießen, Wetzlar und Herborn die Wohnungsnot. Das zeigt sich bei einer Veranstaltung des VdW südwest.

Besonders krass fällt das Missverhältnis von Angebot und Nachfrage bei der Gemeinnützigen Bau- und Siedlungsgenossenschaft Herborn aus. Einem Bestand von 927 Wohnungen stehen dort bei einer durchschnittlichen jährlichen Fluktuation von 8% aktuell 700 Wohnungssuchende gegenüber. Die Wohnbau Gießen und die Wetzlarer Wohnungsgesellschaft (WWG) verfügen zwar über deutlich größere Bestände, die Wartelisten sind aber dort ebenfalls lang.

Sozialwohnungsbestand beschränkt sich auf größere Städte

Gerade in Gießen handelt es sich vor allem um Suchende mit Wohnberechtigungsschein."Alles drängt in die Stadt", berichtet Wohnbaugeschäftsführer Reinhard Thies auf einer Veranstaltung des Verbands VdW südwest. Die Umlandkommunen hätten keine eigenen Sozialwohnungen im Bestand.

Dass nicht mehr geförderte Wohnungen entstehen, liegt nach Einschätzung von WWG-Chef Harald Seipp an den bestehenden Förderbedingungen, die sich nur an den Bodenrichtwerten orientieren, statt an den tatsächlichen Gesamtkosten oder den zu erwartenden Mieteinnahmen. Damit seien die mittelhessischen Städte wegen des dort günstigeren Baulands im Nachteil. "Die Wohnungspolitik konzentriert sich eher auf Frankfurt, Darmstadt und Wiesbaden", bestätigt VdW-Präsident Axel Tausendpfund. Der Verband hatte deshalb diverse Landespolitiker zur Diskussion nach Wetzlar eingeladen.

Der VdW südwest hat für die am 28. Oktober 2018 anstehende Landtagswahl in Hessen zehn Forderungen an die Politik formuliert.

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