Deutlich mehr Geld für Bauarbeiter

Am Bau ist viel zu tun, seit immer mehr Investoren ihr Geld in Immobilien stecken. Die Autragsbücher der Baufirmen sind voll. Vom Wachstum sollen auch die Beschäftigten profitieren.
Quelle: Pixabay, Urheber: MichaelGaida

Drei Monate haben Bauunternehmen und Gewerkschaft um mehr Geld gezackert. Seit dem vergangenen Wochenende steht der Schlichterspruch: Die Beschäftigten im Bauhauptgewerbe erwartet ein sattes Lohnplus.

Die Löhne und Gehälter der rund 800.000 Beschäftigten in der boomenden Bauwirtschaft sollen stufenweise kräftig steigen. Der von Ex-Arbeitsminister Wolfgang Clement vorgeschlagene Kompromiss sieht vor, Löhne und Gehälter im Westen rückwirkend zum 1. Mai dieses Jahres um 5,7% zu erhöhen. Außerdem soll es gestaffelte Einmalzahlungen geben, die sich auf 1.100 Euro summieren.

Beschäftigte in Ostdeutschland erhalten dem Schlichtervorschlag zufolge rückwirkend zum 1. Mai 6,6% mehr. Zum 1. Juni 2019 gibt es 0,8% obendrauf, also insgesamt 7,4%. Hinzukommen einmalig 250 Euro. Diese sind am 1. November 2019 fällig. Darüber hinaus sieht das Paket den Einstieg in ein bundesweit zu zahlendes 13. Monatseinkommen vor.

Die Ausbildungsvergütungen sollen um 65 Euro im Westen und 60 Euro im Osten steigen, Azubis ein 13. Monatseinkommen und eine Fahrkostenpauschale für den Besuch überregionaler Berufsschulklassen gezahlt werden.

Obergrenze der Leistungsfähigkeit erreicht

Der Tarifvertrag soll 26 Monaten laufen. Die Arbeitgeberseite - Hauptverband der deutschen Bauindustrie und Zentralverband des Baugewerbes (ZDB) - und die IG Bau haben 14 Tage Zeit, den Kompromiss durch ihre Gremien zu bringen. Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, ZDB-Vorstandsmitglied Uwe Nostitz, versucht, den Betrieben das Ergebnis schmackhaft zu machen: Mit dem Lohnplus sei zwar "die absolute Obergrenze" der Leistungsfähigkeit erreicht, aber die vorgesehene lange Laufzeit biete Planungssicherheit. Die beiden Branchenverbände rechnen für dieses Jahr mit einem Umsatz von etwa 117 Mrd. Euro, das entspräche einem Wachstum von 4%.

In die Verhandlungen eingestiegen waren die Arbeitgeber ursprünglich mit einem Angebot von 4,2% bei 22 Monaten und einmalig 400 Euro. Die IG Bau hatte u.a. 6%, ein 13. Monatseinkommen und die Anrechnung von Wegezeiten als Arbeitszeit gefordert. Über diesen Punkt soll nun eine Expertenkommission beraten.

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