Patrizia sortiert sich neu

Patrizia wächst paneuropäisch, aber die Zentrale bleibt, wo sie ist: in Augsburg.
Quelle: Patrizia

Der Investmentmanager Patrizia hat in den vergangenen zwölf Monaten drei Übernahmen internationaler Fondsgesellschaften gestemmt und so das betreute Immobilienvermögen von 20 Mrd. auf 40 Mrd. Euro verdoppelt. Nun wurde auch die interne Organisation an dieses starke Unternehmenswachstum angepasst: mit einer Erweiterung des Vorstands, einer neuen Deutschlandchefin und einigen Abgängen.

So hat der bisherige Triuva-CEO Wenzel Hoberg sein Mandat zum 30. April beendet. Auch die Managing Directors Peret Bergmann und Sven Eggers von Patrizia Wohninvest sowie Georg zu Stolberg, Managing Director bei Patrizia Gewerbeinvest, werden das Unternehmen verlassen.

Weiter geht es für den bisherigen Patrizia-Deutschlandchef Peter Forster, wenn auch in anderer Funktion: Er verstärkt nun den Aufsichtsrat der deutschen Kapitalverwaltungsgesellschaften. Forsters Job übernimmt die Dänin Rikke Lykke, die bislang bei Patrizia für die nordischen Länder verantwortlich war. Lykke ist nun als Regionalchefin zuständig für Deutschland, Österreich, die Schweiz und Osteuropa. Peter Helfrich, vormals Regionalleiter Niederlande, verantwortet die gesamte Region Nordwest mit den Britischen Inseln, Irland, den Niederlanden und den Nordics. Frankreich, Spanien, Italien, Belgien und Luxemburg fallen unter die Verantwortung von Etienne Marcot.

Gilchrist wird Strategievorstand

Den Patrizia-Konzernvorstand um Wolfgang Egger, Klaus Schmitt, Anne Kavannagh und Karim Bohn erhält ebenfalls Zuwachs. Rob Gilchrist, bislang CEO der von Patrizia übernommenen Fondsgesellschaft Rockspring, erhält die Position des Chief Strategy Officers. Sein vormaliger COO Edmund Craston wird auf paneuropäischer Ebene für Fondsmanagement und -controlling verantwortlich sein.

Das Backoffice für die Aufgaben des paneuropäischen Fondsmanagements wird von Irmgard Linker (vormals Triuva) geführt. Sie wird sich der komplexen Aufgabe widmen, die Administration von deutschen, luxemburgischen und britischen Strukturen inklusive Steuern und dem Aufsetzen von Zweckgesellschaften unter einen Hut zu bringen. Linker wird außerdem Geschäftsführerin der KVG Patrizia Gewerbeinvest, die zukünftig als Master-KVG für neu aufgelege Fonds fungieren wird.

Ebenfalls in neuen leitenden Funktionen finden sich wieder: Alexander Betz (IT, Digitalisierung), Jose Pellicer (Chefresearcher), James Muir (Strategische Übernahmen) und Kathryn Dixon (Produktentwicklung).

Standort Düsseldorf auf dem Prüfstand

"Diese Senior Leader übernehmen nun die Verantwortung, unser neues paneuropäisches Modell mit Leben zu füllen", erklärt COO Klaus Schmitt das neue Personaltableau und hat gleich noch ein paar Veränderungen zu verkünden. "Im Rahmen unserer neuen regionalen Struktur verfolgen wir den Ansatz, außerhalb Deutschlands jeweils in Unternehmen und einen Standort pro Land zu haben."

In den Patrizia-Märkten Holland, Belgien, England, Luxemburg, Spanien, Frankreich und Polen existiert derzeit mehr als ein Büro - hier wird es künftig nur noch eine Niederlassung in der jeweiligen Hauptstadt geben. Für Deutschland setzt Schmitt nur den Standort Düsseldorf auf den Prüfstand; Augsburg, Berlin, Frankfurt Flughafen, Frankfurt Innenstadt, Hamburg und München bleiben bestehen.

Patrizia schnürt Abfindungspakete

2017 übernahm Patrizia nicht nur die internationalen Fondsmanager Rockspring und Sparinvest, sondern auch den deutschen Wettbewerber Triuva. Wegen der ähnlichen Geschäftmodelle ergaben sich hier viele Überschneidungen in Sachen Organisation und Personal. Die werden wohl auch Personalabbau nach sich ziehen. Finanzvorstand Karim Bohn spricht in diesem Zusammenhang von "attraktiven freiwilligen Abfindungspaketen", die den betroffenen Mitarbeiten angeboten werden - viele davon möglichst schon bis Ende Juni.

Den Grund für all diese Umbrüche und Wachstumsschmerzen benannte Patrizia-Gründer und Konzernchef Wolfgang Egger bei einem internen Mitarbeitertreffen Ende April so: "Unsere Branche befindet sich inmitten einer starken Konsolidierung mit immer weniger und größeren Anbietern. Ohne die Übernahme von Triuva und Rockspring wäre Patrizia also heute kein europäischer Top-Ten-Player und würde damit vom Radar vieler institutioneller Kunden verschwinden. So wie unsere Kunden wachsen, müssen wir ebenfalls wachsen, um der bevorzugte Partner für ihre größeren und vielfältigeren Investitionsanforderungen zu sein." Um den Wandel vom deutschen zum paneuropäischen Unternehmen voranzutreiben, habe man nun auch die oberen Führungsebenen entsprechend gemischt besetzt.

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