Bauwirtschaft hebt Jahresprognose kräftig an

Die Beschäftigten am Bau haben alle Hände voll zu tun. Die Nachfrage nach Wohnungen und Büros treibt die Umsätze und die Beschäftigtenzahlen der Betriebe in die Höhe.
Quelle: BilderBox.com

Die Entwicklung am Bau kennt derzeit nur eine Richtung: nach oben. Sowohl beim Umsatz als auch beim Personal wird das Bauhauptgewerbe 2018 stärker wachsen als zu Jahresbeginn angenommen.

Die Zeichen stünden auf Expansion. Seine Branche werde dieses Jahr wesentlich deutlicher zulegen als zunächst gedacht, verkündete der Präsident des Hauptverbands der deutschen Bauindustrie (HDB), Peter Hübner, am Mittwoch in Berlin. Anstelle der erwarteten 4% rechnen die vom HDB repräsentierten Firmen mit mehr als 20 Beschäftigten nun mit einem nominalen Umsatzplus von 6% - für dieses und das kommende Jahr. Außerdem wollen die Betriebe weiter Personal einstellen. Die Zahl der Beschäftigten werde von rund 800.000 um 30.000 auf 830.000 wachsen, 2019 sollen weitere 15.000 Mitarbeiter eingestellt werden.

Auf Wachstumskurs sieht Hübner alle Bausparten. Treiber des Aufschwungs bleibt jedoch der Wohnungsbau, der bislang ein Umsatzwachstum von 7% und einen Auftragseingang von 8,3% (Januar bis Februar) vorzuweisen hat. Rund 400.000 Wohnungen sind genehmigt, aber noch nicht gebaut. Der Genehmigungsüberhang "deckt inzwischen mehr als eine Jahresproduktion ab", sagte Hübner.

Mehr als eine Jahresproduktion Wohnungen in Auftragsbüchern

Im laufenden Jahr werde zwar die Zahl der fertiggestellten Einheiten voraussichtlich auf 330.000 bis 340.000 steigen, dies liege aber unter den von Politik und Verbänden für erforderlich gehaltenen 377.000 Wohnungen. Angesichts der Zahlen forderte Hübner, stärker mit Prototypen zu arbeiten, Mut zu seriellem Wohnungsbau und die Bauordnungen zu vereinheitlichen.

Die gute Konjunktur und Investitionen der öffentlichen Hand bescheren dem Wirtschafts- und Industriebau ebenfalls einen deutlichen Zuwachs bei Umsatz und Auftragseingang. Vor allem die Nachfrage nach Büros, Industrieimmobilen und das von der Deutschen Bahn auf die Schiene gesetzte Modernisierungsprogramm für Bahnhöfe kurbelt die Nachfrage nach Leistungen im Wirtschaftsbau an. Die Betriebe haben Aufträge im Wert von mehr als 17,1 Mrd. Euro in den Büchern, laut Hübner ein Rekord.

Betriebe holen mehr Subs

Die Sparte öffentlicher Bau profitiert überwiegend von den Ausgaben des Bundes im Autobahnbau. Hier gebe es einen "Investitionshochlauf". Probleme sieht der HDB bei der Realisierung. Geld gebe es ausreichend, es mangele aber an baureifen Projekten.

Der Erfolg hat Schattenseiten: Es fehlt Personal. Selbst im Winter klagte laut HDB jeder zehnte Betrieb, Personalmangel behindere das Bauen. Um den Engpass zu überwinden, setzt die Branche verstärkt Mitarbeiter aus dem Ausland ein. Sie machen 16% der Beschäftigten aus. Außerdem setzen die Firmen mehr Subunternehmen aus der EU ein, um die Aufträge abzuarbeiten. Um die eigenen Kapazitäten auszuweiten, braucht die Branche Planungssicherheit, sagte Hübner. Er forderte deshalb vom Bund, die öffentlichen Investitionen über 2020 hinaus hochzuhalten.

Zurück zur Startseite