Studie: Transparenz senkt Zinskupon von Immobilienanleihen

Zeitweise war die Platzierung von Mittelstandsanleihen am Kapitalmarkt kaum noch möglich.
Quelle: Fotolia, Urheber: Dan Race

Besonders transparente Firmen können den Zinskupon ihrer Immobilienanleihen signifikant senken. Das ist ein Ergebnis einer Studie von iFunded.

Während der Kupon bei intransparenten Unternehmen im Schnitt bei 5,5% liegt, sind es bei transparenten Unternehmen 1,4 Prozentpunkte weniger. Transparenz wird demnach den Firmen bescheinigt, die einen konsolidierten Jahresabschluss nach IFRS und unabhängige Portfoliobewertungen vorweisen können.

Auch die Gesellschaftsform hat laut Studie einen großen Einfluss auf die Kuponhöhe. Anleihen von einer Beteiligungsgesellschaft hätten einen um einen Prozentpunkt niedrigeren Kupon als Anlagen von einer Objektgesellschaft. Für die Refinanzierung bestehender Schulden liegt der Kupon im Schnitt bei 4,2%. Ist die Mittelverwendung nicht näher bestimmt, liegt der Kupon um 1,2 Prozentpunkte höher.

Transparente Player benötigen weniger Sicherheiten

Zunächst überraschend ist, dass der Kupon bei besicherten Anleihen im Schnitt bei 6% und bei unbesicherten bei nur 4,2% liegt. "Der Grund ist, dass vor allem bei kleineren und am Kapitalmarkt unbekannteren Unternehmen insbesondere dingliche Sicherheiten eine sehr große Rolle spielen", erklärt iFunded-Geschäftsführer Michael Stephan. Große und transparente Firmen hätten hingegen keine Sicherheiten nötig. Derweil hat das Geschäftsmodell keinen Einfluss auf die Höhe des Kupons.

Weiteres Anleihenwachstum prognostiziert

"Das Ansehen von Mittelstandsanleihen hat in der Vergangenheit unter den Insolvenzen einiger Emittenten stark gelitten. Zeitweise war die Platzierung solcher Anleihen am Kapitalmarkt kaum noch möglich", sagt Stephan zur Motivation, die Studie durchzuführen. Über Immobilienunternehmen, die ihre Anleihen mit Immobilien besichern, habe das Interesse an diesem Segment jedoch seit 2017 wieder stark zugenommen. "Ich erwarte, dass wir bei Immobilienanleihen in den kommenden Jahren weiteres Wachstum sehen werden."

Im Rahmen der Studie wurden 13 Anleihen im Wert von knapp 600 Mio. Euro, platziert im vergangenen Jahr und im ersten Quartal 2018, untersucht. Bei 62% handelt es sich um Wohnimmobilien, 70% der Anleihen haben ein Nominalvolumen von 10 Mio. bis 30 Mio. Euro.

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