Rheinland-Pfalz: Auch in der Provinz steigen Wohnungspreise

Neuwied ist eine der wenigen Städte in Rheinland-Pfalz, für die der IVD hohe Preissprünge seit Mitte 2017 registriert hat. Landesweit steigen die Preise eher moderat.
Quelle: imago, Urheber: Westend61

Die Wohnungspreise in Rheinland-Pfalz legen zu. Für die großen Städte wie Mainz, Ludwigshafen oder Trier ist das keine wirkliche Neuigkeit. "Aber die Nachfrage ist inzwischen auch in der Fläche angekommen", sagte Andreas Schnellting, der stellvertretende Vorsitzende des IVD West, bei der Präsentation des Immobilien-Preisspiegels Rheinland-Pfalz 2018 seines Maklerverbands.

Im Landesdurchschnitt stiegen die Preise für Einfamilienhäuser gegenüber Mitte 2017 um 4,6%, Eigentumswohnungen wurden um 6,1% teurer. Die Mieten legten nur um 3,5% zu und damit geringer als der IVD West selbst es erwartet hatte. Selbst in Regionen wie der Westpfalz, der Südeifel oder dem Westerwald sind die in den vergangenen Jahren üblichen Preisabschläge allenfalls noch in einzelnen Gemeinden festzustellen. Bei den Baulandpreisen registriert der IVD West sogar in keiner einzigen Kommune mehr Rückgänge. "Auch in kleinen Provinzkommunen verteuern sich die Preise meist spürbar, mindestens blieben sie aber stabil", heißt es in der Auswertung. Der Verband deutet das als Zeichen, dass sich der Preisanstieg auch in Zukunft fortsetzen wird.

Preisanstieg in Großstädten nur moderat

Allerdings zeigt sich gerade in den großen Städten eine gewisse Marktberuhigung: Um durchschnittlich 5,75% stiegen die Eigenheimpreise in den Städten mit mehr als 40.000 Einwohnern, und damit etwas geringer als im gesamten Land. "Exorbitante Preissprünge" wie in den Vorjahren seien nicht mehr zu beobachten. An der Spitze lagen Neuwied mit 16%, Worms mit 12% und Koblenz mit 11% Preissteigerung für Einfamilienhäuser. In Mainz legte diese Gebäudekategorie binnen Jahresfrist nur um 5% auf durchschnittlich 685.000 Euro zu. Bei Eigentumswohnungen im Bestand verzeichneten einfache Lagen in Ludwigshafen mit 13% den stärksten Preiszuwachs, gefolgt von mittleren Lagen in Worms mit 11% und in Bad Kreuznach mit 10%. Für neue Eigentumswohnungen erlebte Zweibrücken die stärkste Verteuerung, je nach Lage zwischen 9% und 13%.

Die Bestandsmieten stiegen in fast allen Kommunen und Qualitätslagen zwischen 2% und 4%. Ausreißer sind Neuwied, Koblenz und Pirmasens, wo für gut gelegene und ausgestattete Wohnungen bei Neuvermietungen zwischen 13% und 20% mehr Miete fällig wurde. Den Spitzenwert für die Durchschnittsmiete im Neubau-Erstbezug erreicht weiterhin Mainz mit 14 Euro/qm nettokalt, was gegenüber Mitte 2017 einen Anstieg um rund 8% bedeutet.

Auf dem Gewerbeimmobilienmarkt registriert der IVW West kaum Bewegung, abgesehen von Ladenmieten in den Ia-Lagen der Großstädte. Dort gab es zum Teil deutliche Mietrückgänge. Die Büromieten stiegen landesweit um knapp 2% an, wobei Bad Kreuznach mit 10% Zuwachs ein deutlicher Ausreißer ist.

Zurück zur Startseite