Schwelle für Prospektpflicht bei Crowdinvesting soll sinken

Der Bundesverband Crowdinvesting fordert weitere Erleichterungern für Anleger. So sollen sie per Mausklick auch größere Summen als 10.000 übermitteln können.
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Die Bundesregierung plant, die Prospektpflicht für Wertpapieremissionen zu lockern. So soll der Schwellenwert bei öffentlichen Angeboten von derzeit 2,5 Mio. auf 8 Mio. Euro heraufgesetzt werden. Zu dem Thema findet am Mittwoch, 13. Juni, eine Anhörung im Finanzausschuss statt.

Die Neuregelung sieht innerhalb der neuen Grenzen statt eines umfangreichen Prospekts von in der Praxis etwa 100 Seiten ein dreiseitiges Wertpapierinformationsblatt vor, das von der BaFin genehmigt werden muss. Unangetastet bleiben allerdings die Höchstanlagegrenzen für Privatanleger von 1.000 Euro - es sei denn, er hat ein frei verfügbares Gesamtvermögen von mindestens 100.000 Euro. Dann liegt diese Höchstgrenze weiter bei 10.000 Euro. Der Bundesverband Crowdfunding begrüßt die Umsetzung der EU-Prospektverordnung. Diese sei ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Finanzierungsbedingungen deutscher Unternehmen, heißt es in einer Erklärung.

Eine wichtige Zeitersparnis

Auch der Vorstand der Immobilien-Crowdinvestingplattform Exporo, Julian Oertzen, lobt die vorgesehene Gesetzesanpassung als „sehr sinnvoll“, da sie neben sinkenden Kosten für die Emittenten die Wirtschaftlichkeit erhöhe und auch eine für den Prozess des Crowdinvestings so wichtige Zeitersparnis mit sich bringe und die Prozesse beschleunige. Der Verband selbst plant allerdings, bei einer öffentlichen Anhörung im Finanzausschuss weitergehende Forderungen vorzubringen.

So seien GmbH-Anteile in Deutschland keine Wertpapiere, sondern Vermögensanlagen. Problem: Diese fallen nicht unter die vorgesehenen Erweiterungen und bleiben nur bis zu einem Volumen von 100.000 Euro prospektfrei. Die Rechtsform der von dem Gesetzentwurf erfassten Aktiengesellschaften sei wegen der damit verbundenen Kosten typischerweise häufig von größeren Unternehmen gewählt worden. Die Crowdfunding-Interessenvertretung wünscht sich daher eine Ausweitung der Ausnahme von der Prospektpflicht auf GmbH-Anteile zur Verbesserung der Finanzierungsmöglichkeiten der kapitalsuchenden Unternehmen.

Flexibilisierung der Einzelinvestments

Darüber hinaus möchte der Bundesverband eine Flexibilisierung der Einzelinvestmentgrenzen statt der fixen Obergrenze von aktuell 10.000 Euro und eine vereinfachte Vermittlerlizenz unterhalb der bislang üblichen Schwelle einer Lizenz als Finanzdienstleistungsinstitut, die mit deutlich weniger bürokratischem und finanziellem Aufwand verbunden sein soll. Bislang hat nur Exporo eine solche Bankenlizenz erworben.

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