Bundeskartellamt verhängt Bußgeld gegen Caverion

Caverion auf der Messe INservFM 2018.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Lars Wiederhold

In einer seit 2014 laufenden Untersuchung des Bundeskartellamts wegen wettbewerbsbeschränkenden Absprachen von Gebäudeausrüstern steht mit Caverion Deutschland nun der erste Dienstleister fest, gegen den ein Bußgeld verhängt wird. Dieses kann bis zu 40,8 Mio. Euro betragen.

Auslöser der Ermittlungen, an denen sich auch die Staatsanwaltschaft München I beteiligte, war vor vier Jahren ein Whistleblower, der mögliche wettbewerbsrechtliche Verstöße von Gebäudetechnikern bei Bauprojekten des Energieversorgers RWE gemeldet hatte. Ein Jahr später wurden in einer Großrazzia 50 Firmengebäude und Privatwohnungen untersucht, u.a. beim seit August 2015 insolventen Unternehmen Imtech Deutschland und bei Cofely Deutschland (heute Engie Deutschland). Bei anderen Unternehmen wie Air Technology und Caverion kam es damals zu keinen Hausdurchsuchungen, sie stellten aber der Staatsanwaltschaft von sich aus Informationen zur Verfügung.

Einigung zwischen Caverion und dem Bundeskartellamt

Nun haben Caverion und das Bundeskartellamt eine einvernehmliche Regelung gefunden, wie beide Seiten bestätigen. Demnach wird die Behörde ein Bußgeld gegen den Münchner Dienstleister verhängen. Die Höhe der Zahlung steht noch nicht völlig fest, maximal wird sie aber 40,8 Mio. Euro betragen. Caverion kündigt an, die Geldbuße für das laufende Jahr als Aufwand zu verbuchen. Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr behält das Unternehmen aber bei. Demnach soll sich das bereinigte EBITDA von zuletzt 25,8 Mio. Euro mehr als verdoppeln. Zudem schult Caverion seine Mitarbeiter verstärkt in ethischen Belangen. "Wir zeigen null Toleranz gegenüber einem Verhalten, das gegen unsere Richtlinien, Wettbewerbsbestimmungen oder sonstiges geltendes Recht verstößt", betont CEO Werner Kühn.

Das Kartellverfahren ist damit aber insgesamt noch nicht abgeschlossen, wie das Bundeskartellamt auf Nachfrage der Immobilien Zeitung mitteilt. Gegen mehrere andere Unternehmen seien noch Verfahren anhängig.

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